Geberit erzielt 2016 mehr Gewinn und erhöht Dividende - Aktienrückkaufprogramm

(Ausführliche Fassung) - Der Sanitärtechnik-Konzern Geberit hat im Geschäftsjahr 2016 den Gewinn auf allen Stufen klar gesteigert. Entsprechend wird auch die Dividende erhöht. Dank der starken finanziellen Situation sieht sich das Unternehmen in der Lage, erneut ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang bis zu 450 Mio CHF zu lancieren. Für das Jahr 2017 zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich, ohne konkrete Prognosen zu machen.
14.03.2017 07:49

Das Geschäftsjahr 2016 sei geprägt gewesen vom positiven Umfeld in der Bauindustrie und der Integration des Keramikgeschäfts, teilt Geberit am Dienstag mit. Mit diesen "sehr guten" Resultaten sei die Position als führender Anbieter für Sanitärprodukte in Europa weiter gefestigt worden.

GEWINNANSTIEG IM ZWEISTELLIGEN BEREICH

Der EBITDA legte um gut 24% auf 785,2 Mio CHF zu und der EBIT um gut 28% auf 640,1 Mio, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilt. Der Reingewinn kletterte um knapp 30% nach oben auf 548,2 Mio CHF. In diesen Zahlen sind allerdings noch negative Effekte durch die Übernahme der skandinavischen Sanitec enthalten. Diese betrugen auf Stufe EBITDA 10 Mio CHF und auf Stufe Nettoergebnis 36 Mio CHF.

Zur besseren Vergleichbarkeit weist Geberit deshalb auch adjustierte Werte aus: Ohne die erwähnten Effekte hätte der EBITDA um knapp 15% auf 794,9 Mio CHF und die entsprechende Marge um 160 Basispunkte auf 28,3% zugelegt. Die Fremdwährungen hätten keinen materiellen Einfluss auf diese Kennziffer gehabt. Als Gründe für die "sehr gute" Entwicklung der operativen Margen nennt Geberit Synergien aufgrund der Integration des Sanitec-Geschäfts, das Volumenwachstum und tiefere Rohmaterialpreise, letztere trotz einem Anstieg im zweiten Halbjahr.

Der adjustierte Reingewinn erhöhte sich gleichzeitig um gut 18% auf 584,0 Mio. Zu diesem im Vergleich zum operativen Ergebnis leicht überproportionalen Wachstum führten laut Geberit ein verbessertes Finanzergebnis und eine leicht geringere Anzahl Aktien, letzteres mit Blick auf den adjustierten Gewinn je Aktie von 15,85 CHF. Die Dividende soll auf 10,00 CHF von 8,40 CHF im Vorjahr erhöht werden. Mit den Zahlen hat Geberit allerdings die gewohnt hohen Erwartungen der Analysten nicht ganz erreicht, wobei sich die Abweichung zum Konsens im Bereich von 1% bewegt.

NEUES AKTIENRÜCKKAUFPROGRAMM

Dank der guten finanziellen Situation lanciert Geberit ein neues Aktienrückkaufprogramm, welches im zweiten Quartal gestartet werden soll. Über maximal drei Jahre will das Unternehmen Aktien im Wert von bis zu 450 Mio CHF zurückkaufen. Das letzte Aktienrückkaufprogramm startete Geberit 2014, abgeschlossen wurde es 2016. Ein neues Programm sei derzeit nicht geplant, hatte es zu diesem Thema noch im vergangenen Januar geheissen.

Bereits im Januar wurde der Umsatz bekanntgegeben: Er legte um 8,3% auf 2,81 Mrd CHF zu, akquisitions- und währungsbereinigt ergab sich ein Plus von 6,4%. Die im Umsatz enthaltenen Währungseinflüsse waren positiv und erreichten 18 Mio CHF. Das Wachstum war auf eine überzeugende Entwicklung in vielen Märkten und einen vor allem im dritten Quartal wirksamen Abbau eines Lieferrückstands im Dusch-WC-Geschäft zurückzuführen.

Nebst dem positiven Währungseffekt profitierte der Umsatz aber auch von einem positiven Konsolidierungseffekt in der Höhe von 32 Mio CHF. Denn 2016 war die vor gut zwei Jahren akquirierte Sanitec erstmals über zwölf Monate konsolidiert, 2015 waren es erst elf Monate. Dieser Effekt wog schwerer als die Devestition der Koralle-Gruppe.

AUSBLICK AUF BAUINDUSTRIE POSITIV

Im Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017 zeigt sich Geberit - wie zu dieser Jahreszeit gewohnt - zurückhaltend: Die Bauindustrie sollte sich im Jahr 2017 positiv entwickeln, heisst es. Die Entwicklung der einzelnen Regionen, Märkte und Bausektoren dürfte jedoch weiterhin stark unterschiedlich verlaufen. So sieht Geberit eine Fortsetzung der im vergangenen Jahr einsetzenden Erholung in Europa.

Ein positives Marktumfeld macht das Unternehmen in Deutschland, der Schweiz, in Österreich, in den nordischen Ländern, den Benelux-Staaten und in den osteuropäischen Ländern insgesamt aus. In Italien wird eine Stabilisierung der Lage erwartet, während die Lage in Grossbritannien aufgrund des Brexit unsicher bleiben werde. Die Rohmaterialpreise sieht Geberit im ersten Semester über dem Niveau des Vorjahres liegen.

cf/tp

(AWP)