Geberit hält hohes Wachstumstempo und bestätigt Prognosen für 2016

(Meldung ausgebaut)
28.10.2016 08:19

Jona (awp) - Der Sanitärtechnikkonzern Geberit ist in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2016 nicht nur wegen der Akquisition von Sanitec sondern auch organisch klar gewachsen. Nebst dem freundlichen Marktumfeld half im dritten Quartal zusätzlich der Abbau des Lieferrückstandes im Dusch-WC-Geschäft. Die Gewinnziffern legten im Vergleich zum Umsatz gar überproportional zu, unter anderem dank der Synergien aus der Sanitec-Übernahme. Die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr werden bestätigt, obwohl die entsprechenden Ziffern nach neun Monaten höher liegen. Das vierte Quartal ist allerdings in der Regel das schwächste für Geberit.

Der Umsatz wurde um gut 10% auf 2,17 Mrd CHF gesteigert; bereinigt um die Währungseinflüsse und vor allem um die Akquisition von Sanitec ergab sich ein organisches Plus gegenüber dem Vorjahr von 6,5%. Wesentlich beeinflusst war das Umsatzwachstum durch die seit Februar 2015 konsolidierte Sanitec. Diese trug im laufenden Jahr einen Monat mehr zum Ergebnis bei als im Vorjahr.

LIEFER-RÜCKSTAND BEI DUSCH-WCs REDUZIERT

Geprägt war das Wachstum von einer "überzeugenden" Entwicklung in vielen Märkten, wie Geberit am Freitag mitteilt. Ausserdem hätten zwei zusätzliche Arbeitstage dazu beigetragen sowie ein vor allem im dritten Quartal wirksamer Abbau des Lieferrückstandes im Dusch-WC-Geschäft. Das Marktumfeld in der Bauindustrie habe sich zudem in einigen Märkten im Vorjahresvergleich verbessert und es hätten auch früher als erwartet erzielte Umsatzsynergien aus der Integration des Keramikgeschäfts Sanitec geholfen.

Das Tempo der Umsatzentwicklung hat sich im dritten Quartal mit einem währungsbereinigten, organischen Plus von 6,0% sequentiell zwar wieder etwas verlangsamt, es bleibt aber hoch. Im zweiten Quartal hatte das Umsatzwachstum noch bei +10% und im ersten bei +3,1% gelegen.

Die Hauptregion Europa verzeichnete nach neun Monaten ein bereinigtes Wachstum von 7,1%, wobei Österreich und Zentral-/Osteuropa zweistellige Wachstumsraten erreichten und die Benelux- und die nordischen Länder jeweils Wachstumsraten von knapp unter 10%. In der Schweiz lag das Wachstum bei 7,7% und im grössten Einzelmarkt Deutschland bei 5,1%. Innerhalb der einzelnen Produktegruppen wuchsen die Sanitärsysteme mit +9,6% stärker als die Rohrleitungssysteme mit +2,3%. Der Produktbereich Sanitärkeramik legte in den ersten neun Monaten um 4,1% zu.

GEWINN LEGT NOCH STÄRKER ZU ALS UMSATZ

Der EBITDA legte von Januar bis September um gut 27% auf 649,9 Mio zu und der EBIT um über 31% auf 544,4 Mio. Der Reingewinn kletterte um knapp 39% nach oben auf 469,1 Mio CHF. In diesen Zahlen sind allerdings noch Effekte durch die Übernahme der skandinavischen Sanitec oder auch in geringerem Masse durch die Devestition der Koralle-Gruppe an AFG enthalten.

Zur besseren Vergleichbarkeit weist Geberit deshalb auch adjustierte Werte aus: Ohne die erwähnten Effekte hätte der EBITDA um 17% auf 651,8 Mio CHF und die entsprechende Marge um 180 Basispunkte auf 30,0% zugelegt. Der adjustierte Reingewinn erhöhte sich gleichzeitig um knapp 24% auf 491,5 Mio. Damit hat Geberit die Erwartungen der Analysten mit dem Umsatz ziemlich genau getroffen und mit dem Gewinn übertroffen.

Als Gründe für die "sehr gute" Entwicklung der operativen Margen nennt Geberit Synergien aufgrund der Integration des Sanitec Geschäfts, das Volumenwachstum und - trotz einem Anstieg im Vergleich zum 2. Quartal - tiefere Rohmaterialpreise. Ausserdem war im Betriebsergebnis ein positiver Währungseffekt von 5 Mio CHF enthalten. Der im Vergleich zu den operativen Ergebnissen überproportional angestiegene Reingewinn profitierte von einem verbesserten Finanzergebnis und einer tieferen Steuerquote.

PROGNOSEN BESTÄTIGT

Der Integrationsprozess von Sanitec verläuft laut Geberit weiterhin nach Plan. Die Netto-Kosten der Sanitec-Integration reduzierten sich im Vorjahresvergleich auf Stufe EBITDA auf 2 Mio CHF, auf Stufe EBIT auf 30 Mio und auf Stufe Nettoergebnis auf 22 Mio. Die Devestition der Koralle-Gruppe wurde zudem per 20. September vollzogen.

Der bisherige Ausblick auf das Gesamtjahr 2016 wird bestätigt. Demnach wird mit einem währungsbereinigten, organischen Wachstum des Umsatzes von rund 5% gerechnet sowie mit einer adjustierten EBITDA-Marge von rund 28%. Eine Herausforderung werde die im vierten Quartal im Vorjahresvergleich geringere Anzahl Arbeitstage sein.

Die Lage in der Bauindustrie bleibe im Jahr 2016 weiterhin anspruchsvoll, wenngleich sich in Europa einige Märkte im Vergleich zu 2015 verbessert hätten, heisst es dazu weiter. In Europa bestehe in Märkten wie Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Österreich ein positives Marktumfeld, während die Schweizer Bauindustrie seit der zweiten Jahreshälfte wieder Wachstum verzeichne. Verbessert zeigen sich auch Italien und Frankreich, während in Nordamerika der öffentliche Bausektor stagniert.

cf/cp

(AWP)