Generikahersteller Teva kürzt Dividende und Prognose nach Milliardenverlust

Der weltgrösste Generikahersteller Teva kappt nach einem Milliardenverlust im zweiten Quartal die Dividende. Die Aktionäre sollen für das abgelaufene Quartal nur 8,5 US-Cent je Aktie erhalten und damit 75 Prozent weniger als im Vorjahr, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Gleichzeitig senkte Teva zum zweiten Mal in diesem Jahr die Prognose. "Wir sind alle sehr frustriert und enttäuscht", sagte Teva-Chef Yitzhak Peterburg laut Mitteilung. Die Aktie brach vorbörslich um gut 11 Prozent ein.
03.08.2017 14:43

Teva, der Mutterkonzern des deutschen Herstellers Ratiopharm, hatte im vergangenen Jahr für gut 40 Milliarden Dollar die Generika-Sparte des Botox-Herstellers Allergan übernommen. Der Zeitpunkt dafür war denkbar ungünstig, wie sich jetzt herausstellte. Denn angesichts des Preisdruck in den USA und der Probleme Venezuelas steht der Konzern gehörig unter Druck. Immer mehr Anbieter von Nachahmermedikamenten buhlen um Kunden, zudem kam es bei der Einführung neuer Mittel zu Verzögerungen.

Teva musste im Quartal Firmenwerte in den USA abschreiben, wodurch unter dem Strich ein Nettoverlust von 6 Milliarden Dollar anfiel. Vor Sonderposten erzielte Teva einen Gewinn von 1 Milliarde Dollar nach 1,2 Milliarden Dollar im Vorjahr, was weniger war als Analysten erwartet hatten. Der Umsatz stieg wegen des Zukaufs um 13 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar. Beim Hauptumsatztreiber, dem Multiple-Sklerose-Medikament Copaxone fielen die Erlöse indes um 10 Prozent. Der Konzern will nur weiter sparen.

Das Gesamtjahr wird schwächer ausfallen als gedacht. Der Umsatz soll zwischen 22,8 und 23,2 Milliarden Dollar ausfallen (zuvor: 23,8 bis 24,5 Milliarden). Beim bereinigten Gewinn peilt Teva nun einen Wert von 4,30 bis 4,50 Dollar je Aktie an (zuvor: 4,90 bis 5,30)./she/das/stb

(AWP)