Georg Fischer legt 2016 auf allen Ebenen zu und erhöht Dividende

(Ergänzt um weitere Angaben) - Der Industriekonzern Georg Fischer (GF) hat im Geschäftsjahr 2016 auf allen Ebenen zugelegt und sowohl Umsatz und Auftragseingang als auch die Gewinnziffern gesteigert. Entsprechend soll auch die Dividende erhöht werden. Im Ausblick spricht das Unternehmen von erhöhter Unsicherheit und Volatilität, erwartet aber gleichwohl ein Ergebnis im Rahmen der strategischen Ziele.
28.02.2017 08:11

Der Umsatz erhöhte sich 2016 um 2,9% auf 3,74 Mrd CHF, bereinigt um Wechselkurs- und Portfolioeinflüsse ergab sich ein organisches Wachstum von 2%. Der Auftragseingang nahm gleichzeitig um 2,4% auf 3,75 Mrd zu. Der Expansionskurs in Wachstumsmärkte sei in der Division Piping Systems mit zwei Akquisitionen in China und einer in Indonesien fortgesetzt und gleichzeitig die Optimierung der Produktivität in Europa vorangetrieben worden, teilt das Unternehmen am Dienstag mit.

Der EBIT legte dabei um 5% auf 311 Mio CHF zu und die EBIT-Marge um 20 Basispunkte auf 8,3%. Der Ertrag auf das eingesetzte Kapital (ROIC) stieg um 40 Basispunkte auf 19,3%. Dabei hätten alle drei Divisionen einen ROIC deutlich über den Kapitalkosten generiert und damit Wert für das Unternehmen geschaffen.

DIVIDENDE STEIGT UM ÜBER 10%

Der Reingewinn nahm um 14% auf 225 Mio CHF zu und der freie Cashflow um über 21% auf 231 Mio, die Dividende soll entsprechend auf 20 CHF je Aktie von 18 CHF im Vorjahr erhöht werden. Damit hat GF die Gewinnschätzungen der Analysten in etwa erreicht, mit dem Umsatz und dem Auftragseingang allerdings am unteren Ende der Erwartungen abgeschnitten.

Das Unternehmen habe sich vollumfänglich im Rahmen der strategischen Ziele 2016 bis 2020 entwickelt, schreibt GF zum Geschäftsjahr 2016. Die Strategie sei damit "voll auf Kurs".

Die gleichzeitig grösste und auch rentabelste Division Piping Systems setzte mit 1,49 Mrd CHF währungs- und akquisitionsbereinigt 5% mehr um als im Vorjahr, wobei die EBIT-Marge um 70 Basispunkte auf 10,8% gesteigert wurde. Eine weltweit starke Nachfrage habe vor allem der Bereich industrielle Anwendungen verzeichnet, während der Bereich Haustechnik ebenfalls signifikant zugelegt, der Bereich Versorgung dagegen stagniert habe. Zum Anstieg der Profitabilität hätten gut ausgelastete Werke auch in der Schweiz sowie ein starkes Wachstum in Geschäftsfeldern mit höheren Margen beigetragen.

UMSATZ BEI AUTOMOTIVE VON SINKENDEN SCHROTTPREISEN BELASTET

Die Division Automotive erhöhte den Umsatz in Franken um 1% auf 1,34 Mrd CHF, während er in Lokalwährungen stabil blieb. Hier sei zu berücksichtigen, dass die Rohmaterialpreise, insbesondere für Eisenschrott, substantiell gesunken seien. Da die Preissenkungen den Kunden weitergegeben würden, habe diese Entwicklung den Umsatz der Division um rund 3% gedrückt. Die Nachfrage sei bei Personenwagen und Lastwagen insgesamt gut gewesen, vor allem in China. Die EBIT-Marge wurde dank einer guten Auslastung beider Produktionsstätten in China sowie in den meisten Leichtmetallwerken Europas auf 7,5% um 80 Basispunkte verbessert.

Die Maschinenbau Division Machining Solutions steigerte den Umsatz um 2% auf 916 Mio, bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte blieb er stabil. Eine rege Nachfrage sah GF hier in den Bereichen Luftfahrt und Medizinaltechnik, wogegen der Elektroniksektor in Asien verhalten blieb. Die EBIT-Marge reduzierte sich um 2,2 Prozentpunkte auf 6,8%. Dies ist allerdings vollumfänglich auf den Wegfall eines Sondereffekt aus dem Vorjahr durch einen Immobilienverkauf zurückzuführen.

ZUVERSICHT IM AUSBLICK

Für das Geschäftsjahr 2017 stellt GF ein "erneut gesteigertes Resultat im Rahmen unserer Ziele 2016 bis 2020" in Aussicht. Die jüngsten wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen dürften allerdings die Unsicherheit und die Volatilität in den Märkten erhöhen.

Die Divisionen Automotive und Machining Solutions erfreuen sich laut GF eines vielversprechenden Auftragsbestands in ihren Kernsegmenten. Mit dem Einstieg von Piping Systems in neue Bereiche wie Klimatisierung und dem Vorstoss von Automotive in Komponenten für Elektrofahrzeuge sei auch die Verlagerung der Portfolios in Geschäftsfelder mit höheren Margen auf Kurs. Ausserdem hat Machining Solutions das Angebot im wachsenden Luftfahrtsektor ausgeweitet.

cf/gab

(AWP)