Georg Fischer mit kräftiger Erholung

(Ausführliche Fassung) - Der Industriekonzern Georg Fischer (GF) hat im ersten Semester 2021 an die Ende des Vorjahres eingeleitete Erholungstendenz angeknüpft. Sowohl Umsatz als auch Bestellungseingang erholten sich markant, ebenso der Gewinn. Die Prognosen für 2021 werden entsprechend erhöht.
21.07.2021 09:03

Nach den Herausforderungen infolge der Covid-Pandemie habe sich die deutliche Erholung der Geschäfte im ersten Halbjahr 2021 fortgesetzt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die meisten Schlüsselmärkte seien dabei gewachsen.

So erreichte GF im ersten Halbjahr 2021 einen Umsatz von 1,84 Milliarden Franken, entsprechend einem organischen Plus von 20 Prozent. Der Bestellungseingang schnellte gleichzeitig um über 42 Prozent auf 2,05 Milliarden hoch. Dieser liegt damit gar über Vor-Pandemie-Level vom ersten Semester 2019, während der Umsatz dieses Niveau nur knapp verfehlte. Die Corona-Delle scheint damit wettgemacht.

Angesichts des hohen Wachstums legte auch der Gewinn markant zu. So hat sich der operative Gewinn (EBIT) auf 141 Millionen Franken mehr als verdoppelt, ebenso die EBIT-Marge auf 7,7 Prozent. Der Reingewinn hat sich auf 108 Millionen gar mehr als verdreifacht. Die Schätzungen der Analysten wurden insbesondere mit Umsatz und Auftragseingang klar übertroffen.

Georg Fischer spricht auch selbst von einem "starken Ergebnis". Mit der im Frühjahr vorgestellten "Strategie 2025" und deren Fokus auf Nachhaltigkeit und Innovation sieht sich das Unternehmen überdies auf Kurs.

Alle Divisionen wachsen

Zum Umsatzwachstum haben alle drei Divisionen beigetragen. Am meisten legte die Giesserei-Division Casting Solutions mit einem Plus von knapp 40 Prozent zu. Die Division war im Vorjahr wegen der Werkschliessungen vieler Automobilhersteller allerdings auch besonders hart von der Covid-Pandemie betroffen und schrieb auch einen operativen Verlust.  

Dahinter folgt die grösste Division Piping Systems, welche um über 16 Prozent mehr verkaufte. Dies sei der Präsenz in Wachstumsmärkten wie Mikroelektronik, Wasser- und Gasinfrastruktur sowie in vielversprechenden Anwendungen wie zum Beispiel der Kühlung von Datenzentren oder Abwasseraufbereitung zu verdanken.

Auch die dritte Sparte Machining Solutions wuchs mit etwas über 10 Prozent zweistellig. Nachdem die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen 2020 auf ein Minimum abgesunken sei, habe sich der Auftragseingang im laufenden Jahr wieder auf ein "vielversprechendes Niveau" erholt, heisst es dazu.

Prognosen für Gesamtjahr erhöht

Für das zweite Semester stellt GF eine Fortsetzung der Erholung in Aussicht. Stützend seien dabei der gute Auftragseingang in Schlüsselmärkten sowie eine Reihe von Initiativen zur Ankurbelung der weltweiten Konjunktur.

Angesichts dieser Ausgangslage werden die Prognosen für das Gesamtjahr erhöht. Neu wird ein zweistelliges Umsatzwachstum sowie eine "substanzielle" Steigerung des Ergebnisses erwartet. Die bisherige Prognose vom März stellte noch ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich sowie einen Anstieg der Profitabilität in Aussicht.

Trotz der erhöhten Prognosen mischt sich auch eine Prise Vorsicht in den Ausblick. Das globale wirtschaftliche Umfeld sei weiterhin anspruchsvoll, heisst es. Es sei geprägt durch den anhaltenden Druck auf die Lieferketten, die Rohstoffknappheit und damit verbundene Preisanstiege, anhaltende Handelskonflikte sowie globale Spannungen.

cf/uh

(AWP)