Geplatzte Fusion kostet Deutsche Börse fast 77 Millionen Euro

Der letztlich geplatzte Zusammenschluss mit der Londoner Börse war ein teures Vergnügen für die Deutsche Börse . Insgesamt hätten die Kosten bei 76,5 Millionen Euro gelegen, sagte Börsenchef Carsten Kengeter am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Die darin enthaltene Rückabwicklung habe mit etwa 1 Million Euro zu Buche geschlagen. Ein Aktionärsvertreter hatte wissen wollen, wie hoch die Kosten waren.
17.05.2017 12:39

Die Deutsche Börse hatte mit dem Londoner Wettbewerber einen internationalen Branchenriesen schmieden wollen. Die Entscheidung der Briten, aus der Europäischen Union auszutreten, erschwerte das Vorhaben jedoch. Vor allem die Frage nach dem Sitz der gemeinsamen Holding war ein Streitpunkt. Am Ende wollte die London Stock Exchange eine Auflage der europäischen Wettbewerbshüter nicht erfüllen, woraufhin die EU-Kommission die Fusion untersagte.

Der Grossteil der Kosten für die Fusion war bereits im vergangenen Jahr angefallen und zwar 66 Millionen Euro. Bei einem erfolgreichen Abschluss hätte sich die Rechnung auf insgesamt 150 Millionen Euro belaufen, hatte Finanzchef Gregor Pottmeyer zu Jahresbeginn geschätzt. Denn dann hätten die beteiligten Banken Erfolgshonorare erhalten. Die Deutsche Börse will nun über eine Ausweitung ihrer Geschäfte und kleinere Übernahmen wachsen./das/ben/stb

(AWP)