Gerresheimer bleibt auch nach schwachem Jahresstart zuversichtlich

(Ausführliche Fassung) - Der Verpackungsspezialist Gerresheimer blickt trotz eines schwachen Jahresbeginns weiter mit Zuversicht in die Zukunft. "Wir hatten erwartet, dass das Jahr schwächer startet", sagte der scheidende Konzernchef Uwe Röhrhoff am Donnerstag bei der Zahlenvorlage des MDax-Konzerns . Umsatz und Gewinn gingen in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres deutlich zurück. Den Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr (Ende November) bestätigte der Manager im Kern. Er peilt nun aber beim Umsatz das untere Ende der bisherigen Bandbreite an. Die Aktie stand vorbörslich mit Kursabschlägen von mehr als zwei Prozent unter Druck.
06.04.2017 08:41

Wie in vielen anderen Branchen auch habe sich die Unsicherheit vor allem in Bezug auf Nordamerika erhöht, erklärte Röhrhoff. Dies äussere sich in einem zurückhaltenden Bestellverhalten einiger Pharmakunden. Für Gerresheimer sehe er aber weiterhin gute Wachstumschancen in den nächsten Jahren. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet er beim Umsatz währungsbereinigt aber nur noch mit etwa 1,405 Milliarden Euro - das untere Ende der bisherigen Zielspanne, die bis 1,455 Milliarden reicht. Im Vorjahr hatte Gerresheimer 1,375 Milliarden Euro umgesetzt.

Beim bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gibt Röhrhoff das Ziel weiterhin mit rund 320 Millionen Euro an, nach 308 Millionen ein Jahr zuvor. Dabei sei eine Abweichung um je 10 Millionen nach oben oder unten möglich. Bis Ende 2018 erwartet der Manager weiterhin ein jährliches Umsatzplus aus eigener Kraft von im Schnitt 4 bis 5 Prozent. Die operative Marge (adjusted Ebitda-Marge) dürfte dann bei rund 23 Prozent liegen.

Von diesen Zielen ist Gerresheimer nach dem ersten Quartal noch weit entfernt. Die Zurückhaltung der Pharmakunden nach der Wahl von US-Präsident Donald Trump und geringere Umsätze mit Werkzeugen und Entwicklungsleistungen etwa bei Insulin-Pens, Diabetiker-Stechhilfen oder Asthma-Inhalatoren bremsten die Entwicklung stark. Insgesamt sank der Umsatz im Jahresvergleich um 5,4 Prozent auf 302,8 Millionen Euro. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebitda) ging in einer ähnlichen Grössenordnung zurück. Unter dem Strich sackte der Gewinn um 18 Prozent auf 13,3 Millionen Euro ab. Analysten hatten etwas mehr erwartet.

Am 1. September übernimmt der BASF-Manager Christian Fischer den Gerresheimer-Chefposten von Röhrhoff. Dieser hatte bereits vor längerer Zeit angekündigt, dass er über die laufende Bestellung hinaus nicht zur Verfügung stehe.

Das Unternehmen aus Düsseldorf stellt mit rund 10 000 Mitarbeitern vor allem pharmazeutische Verpackungen her wie vorfüllbare Spritzen und Ampullen. Aber auch Tiegel und Fläschchen für die Kosmetikindustrie sind im Programm./jha/stw/fbr

(AWP)