Gewerkschaft fordert deutlich mehr Geld für Leiharbeiter

Leiharbeiter sollen in Deutschland nach dem Willen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) deutlich besser verdienen als bisher. Der DGB verschickte am Donnerstag in Berlin einen Forderungskatalog an die Arbeitgeberseite, demzufolge die Leiharbeiter 8,5 Prozent mehr Geld sowie mehr Urlaubstage bekommen sollen - derzeit sind es mindestens 24 Urlaubstage, künftig sollen es mindestens 28 Tage sein. Zudem fordern die Arbeitnehmer ein Urlaubs- und Weihnachtsgeld in Höhe eines vollen Monatsgehalts, bisher sind es nur 300 bis 600 Euro. In Deutschland gibt es den Angaben zufolge rund 900 000 Leiharbeiter, die fast alle nach Tarif verdienen.
05.09.2019 13:02

Der Umgang mit Leiharbeitern ist ein umstrittenes Thema. Arbeitgeber setzen gern auf die zeitlich befristeten externen Kräfte, da sie ihr Personal dadurch rasch der jeweiligen Auftragslage anpassen können. Gewerkschafter und Betriebsräte argwöhnen hingegen immer wieder, dass der Einsatz von Leiharbeitern zu Lasten der Stammbelegschaft geht und dass die Chefetage damit Tarifverträge der eigenen Branche umgehen will.

Die am schlechtesten bezahlten Leiharbeiter - sogenannte Helfer ohne gelernte Qualifikation - bekommen laut dem Ende 2019 auslaufenden Tarifvertrag nur 9,79 Euro pro Stunde in Westdeutschland und 9,49 Euro in Ostdeutschland, in höheren Tarifstufen steigt des Entgelt deutlich. Mit Blick auf das Helfer-Level hiess es vom DGB, besonders hier müsse es eine "spürbare" Anhebung geben, auch damit die Beschäftigten im Alter trotz eines langen Berufslebens nicht auf Geld vom Staat angewiesen sein werden.

Der Start der Tarifverhandlungen ist für den 17. September in Berlin geplant, auf der Arbeitgeberseite sitzen der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) und der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ)./wdw/DP/nas

(AWP)