GF mit mehr Umsatz und Gewinn im H1 - 2016 Ergebnis gemäss Zielen erwartet

(Ausführliche Fassung, vor allem ergänzt um Angaben zu Divisionen)
20.07.2016 08:12

Schaffhausen (awp) - Der Industriekonzern Georg Fischer (GF) war im ersten Halbjahr 2016 dank Rückenwind aus den Märkten solid unterwegs. Umsatz und Auftragseingang nahmen zu und die operative Marge bewegt sich wie bereits im Gesamtjahr 2015 innerhalb des angestrebten Zielbands. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen ein Ergebnis im Rahmen der Ziele der Strategie 2020.

Der Auftragseingang erhöhte sich um 2,8% auf 1,85 Mrd CHF und der Umsatz um 3,4% auf 1,86 Mrd. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte lag der Umsatz um 2% über dem Vorjahr. Das positive Momentum sei im ersten Semester aufrechterhalten worden, teilt Georg Fischer am Mittwoch mit. Mit dem Umsatzwachstum habe man die Zielgrösse der Strategie 2020 von +3 bis +5% erreicht, dies dank den Wachstumsmärkten sowie attraktiven Bereichen wie Luftfahrt, Elektromobilität oder Transport von Chemikalien.

Der EBIT legte um 20% auf 153 Mio CHF zu. Die EBIT-Marge verbesserte sich dabei um 110 Basispunkte auf 8,2% und die Rendite auf dem eingesetzten Kapital (ROIC) um 3 Prozentpunkte auf 18,2%. Beide Kennzahlen lägen damit innerhalb der im Rahmen der Strategie 2020 formulierten Zielbereiche von 8 bis 9% für die EBIT-Marge und von 18 bis 22% für den ROIC. Zur Steigerung der Profitabilität hätten alle drei Divisionen beigetragen, insbesondere aber Piping Systems.

TIEFERE FINANZIERUNGSKOSTEN

Das Konzernergebnis kletterte um 36% auf 109 Mio CHF. Dies ist laut GF neben der Steigerung des operativen Ergebnisses auf die "beträchtliche" Reduktion der Finanzierungskosten zurückzuführen. Der Freie Cashflow vor Akquisitionen liegt bei 25 Mio CHF und damit 55 Mio über jenem des ersten Halbjahres 2015.

Mit den vorgelegten Zahlen hat GF die Prognosen der Analysten knapp erreicht. Der AWP-Konsens für den Auftragseingang lag bei 1,88 Mrd CHF, für den Umsatz bei 1,87 Mrd und für den EBIT bei 152 Mio.

Die grösste und profitabelste Division GF Piping Systems verzeichnete ein Wachstum von 7% auf 750 Mio CHF (bereinigt +6%) sowie eine um 2 Prozentpunkte verbesserte EBIT-Marge von 11%. Die Division habe in den meisten Märkten von einer positiven Dynamik profitiert, und die meisten Produktionsstätten seien gut ausgelastet gewesen, heisst es dazu. Zum verbesserten Ergebnis hätten zudem sowohl die 2015 getroffenen Massnahmen als auch die Stabilisierung des Schweizer Frankens beigetragen.

ALUMINIUM MEHR UND MEHR GEFRAGT

Die Division Automotive steigerte die Verkäufe "trotz unterschiedlich starker Nachfrage" um 2% auf 685 Mio CHF, wobei der Umsatz in lokalen Währungen stabil blieb. An die Kunden weitergegebene tiefere Rohmaterialpreise belasteten den Umsatz mit 4% negativ. Die operative Marge legte um 30 Basispunkte auf 7,8% zu. Wegen der zunehmenden Verwendung von Aluminium sei die Auslastung der Leichtmetallwerke sehr hoch gewesen, diejenige der Eisengiessereien lag dagegen stabil bei 80%. Der Bau des neuen Leichtmetall-Druckgusswerks in den USA habe begonnen, Produktionsstart dort ist für Ende 2017 vorgesehen.

Die Werkzeugmaschinenbausparte Machining Solutions hielt den Umsatz in Franken bei 428 Mio stabil, wobei er akquisitions- und währungsbereinigt um 2% zurückging. Die Marge konnte aber dank neuer Produkte und einem Anstieg der Projekte im Bereich Automatisierung um 70 Basispunkte auf 5,6% gesteigert werden.

Für das Gesamtjahr 2016 erwartet das Unternehmen ein Jahresergebnis, das mit den Zielen der Strategie 2020 übereinstimmt. Mit der Umsetzung dieser Strategie befinde man sich gut auf Kurs. Unter der Annahme, dass die makroökonomischen Unsicherheiten keinen signifikanten Einfluss auf die Nachfrage der Kunden hätten, sei im zweiten Halbjahr mit einem vergleichbaren Resultat wie in den ersten sechs Monaten zu rechnen.

Piping Systems profitiere von einer starken Dynamik in den bedeutendsten Märkten, die Endmärkte von Automotive blieben stabil und Machining Solutions sei nun in Wachstumsmärkten wie Luftfahrt und Elektronik gut positioniert.

Die Märkte blieben jedoch je nach Land und Sektor volatil und uneinheitlich. Das Brexit-Votum in Grossbritannien sorge zudem für weitere Verunsicherung.

cf/rw

(AWP)