Givaudan nach Jahreszahlen kräftig unter Druck

Givaudan bekommt am Dienstag nach Bekanntgabe der Jahreszahlen die Enttäuschung der Anleger zu spüren. Im frühen Handel geraten die Aktien kräftig unter Druck. Zwar hat der Aromen- und Riechstoffkonzern mehr umgesetzt und auch unterm Strich mehr verdient. Zudem soll die Dividende erhöht werden. Allerdings hatten sich Analysten mehr erhofft.
31.01.2017 09:32

Gegen 9.20 Uhr sacken die Titel am SMI-Ende um 5,7% auf 1'749 CHF ab. Bislang wurden bereits 32'000 Stücke gehandelt und damit mehr als das durchschnittliche Tagesvolumen. Der Leitindex steht derweil mit 0,06% leicht im Minus.

Zwar liege sowohl das Wachstum als auch der Free Cashflow und die gesteigerte Dividende im Rahmen der konzerneigenen mittelfristigen Ziele, so der Tenor unter Analysten. Auch habe man für das Schlussquartal bereits eine Abschwächung gegenüber den ersten drei Quartalen erwartet, heisst es bei der UBS. Allerdings sei es nun doch nochmal etwas schlimmer gekommen als gedacht. Nicht gut kommt auch generell die etwas tiefere EBITDA-Marge an.

Bei Baader Helvea rechnet Andreas von Arx nach der leichten Enttäuschung nun mit entsprechenden Kürzungen der Schätzungen am Markt. Dies dürfte noch untermauert werden von den jüngsten Kommentaren von beispielsweise Unilever bezüglich eines eher langsamen Starts ins neue Jahr. Mittelfristig bleibe Givaudan allerdings ein Wert mit hoher Qualität.

Vontobel-Experte Jean-Philippe Bertschy moniert derweil insbesondere die Dividendenerhöhung, die schwächer ausgefallen sei als am Markt erhofft. Diese sei aber ein Schlüsselargument für Anleger. Lege man den erwarteten starken Free Cashflow sowie die sinkende Verschuldung in den nächsten Jahren zugrunde, könne die etwas enttäuschende Ausschüttung ein Anzeichen dafür sein, dass Givaudan in den nächsten Monaten im Bereich Übernahmen aktiv werden könnte.

Händlern zufolge hatten die Aktien von Givaudan bis kurz vor der Jahresergebnispräsentation bereits einen sehr schweren Stand. Erst am Vortag sei Kaufinteresse zu verspüren gewesen, so heisst es. Gleichzeitig wird auf mehrwöchige Spekulationen verwiesen, wonach die Margenentwicklung aufgrund steigender Rohmaterialkosten enttäuschen könnte. Der vorliegende Zahlenkranz scheint diesen Spekulationen nun tatsächlich Rechnung zu tragen.

dm/ys

(AWP)