GKB steigert Halbjahresgewinn - Beteiligung an Albin Kistler

Chur (awp) - Die Graubündner Kantonalbank (GKB) hat im ersten Semester des laufenden Jahres aus einem tieferen Geschäftsertrag einen gesteigerten Gewinn erarbeitet. Mit einer Beteiligung von vorerst 25% an Albin Kistler soll das Vermögensverwaltungsgesellschaft gestärkt werden.
29.07.2016 07:59

Der Geschäftserfolg des Bündner Kantonsinstituts erhöhte sich in den ersten sechs Monaten 2016 um 1,9% auf 91,7 Mio, der Konzerngewinn nahm um 2% auf 90,4 Mio zu. Den Geschäftsertrag weist das Institut mit 178,0 Mio aus, ein Minus von 7% im Vergleich zum Vorjahr.

"Das gute operative Ergebnis mit einem soliden Wachstum beim Kundengeschäft entspricht unseren Erwartungen. Strategisch ist die Bank mit einer starken Position im Heimmarkt sowie den Beteiligungen in Zürich für die Zukunft gut gerüstet", werden Bankpräsident Peter Fanconi und CEO Alois Vinzens in der Medienmitteilung am Freitag zitiert.

Mit den ausgewiesenen Zahlen hat die GKB die Erwartungen der ZKB auf den Gewinnebenen übertroffen. Das Zürcher Institut prognostizierte Erträge von 187 Mio, einen Geschäftserfolg von 88 Mio sowie einen Reingewinn von 86,5 Mio CHF.

Im wichtigsten Ertragspfeiler, dem Zinsengeschäft, resultierte dank einer deutlichen Steigerung des Bruttozinserfolges ein gut gehaltener Nettoerfolg von 121,7 Mio CHF. Die finanziellen Belastungen durch die kurzfristigen Absicherungsgeschäfte (Payer-Swaps) hätten spürbar abgenommen. Als Folge der Negativzinsen verringerte sich der Beitrag aus dem Kundengeschäft trotz grösserer Volumina. Die Veränderung der Wertberichtigungen verbesserten das Ergebnis des Berichtssemesters um 2,6 Mio und damit deutlich weniger stark als im Vorjahr (8,0 Mio).

Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft leistete einen Erfolgsbeitrag von 44,6 Mio (-14,6%), der Erfolg im Handelsgeschäft nahm insbesondere als Folge rückläufiger Fremdwährungstransaktionen um 33% auf 8,1 Mio ab.

Der Geschäftsaufwand verminderte sich wegen dem Verkauf der Privat Client Bank um 3% auf 83,7 Mio. Unter Ausklammerung des Verkaufseffekts wären die Kosten leicht um 1,8% gestiegen, schreibt die Bank. Die Cost-/Income-Ratio II beträgt damit 49,9% nach von 49,5% im Vorjahr.

Weiterhin sehr komfortabel präsentiert sich die Eigenkapitalausstattung. Die gewichtete Kapitalquote (CET1-Ratio) beträgt zur Jahresmitte 18,4% nach 18,7% per Ende 2015.

Mit Blick auf das Gesamtjahr bekräftigt das Management die bisherige Gewinnprognose. So rechnet die GKB weiter einem Reingewinn in der Grössenordnung von 166 bis 171 Mio.

ÜBERNAHME VON 25% AN ALBIN KISTLER - OPTION AUF MEHRHEITSERWERB

Ebenfalls am Freitag gab die GKB eine Beteiligung an Albin Kistler bekannt. Vorerst werden 25% der Vermögensverwaltungsgesellschaft übernommen. Zusätzlich besteht die Option, die Beteiligung innerhalb eines Zeitraumes von zwei bis drei Jahren auf 51% zu erhöhen. Der Kauf erfolge in Übereinstimmung mit der Strategie, die Position im Vermögensverwaltungsgeschäft zu stärken und die Expertise im Asset Management zu erweitern. Albin Kistler mit Hauptsitz in Zürich und einer Repräsentanz in Chur werde ihr erfolgreiches Geschäftsmodell operativ und strategisch unverändert weiterführen. Die Transaktion soll in den nächsten Wochen abgewickelt werden, so die Mitteilung weiter.

Die Goodwill-Abschreibung auf der erworbenen Beteiligung an Albin Kistler wird den Geschäftserfolg 2016 belasten. Dieser wird nun neu in einer Bandbreite von 154 bis 158 Mio erwartet. Bisher waren 170 bis 175 Mio prognostiziert worden.

gab/tp

(AWP)