GKB steigert Halbjahresgewinn - Beteiligung an Albin Kistler

(Ausführliche Fassung)
29.07.2016 10:42

Chur (awp) - Die Graubündner Kantonalbank (GKB) hat im ersten Semester des laufenden Jahres ihren Gewinn gesteigert. Das Management zeigt sich mit der operativen Leistung zufrieden und bekräftigt den Gewinnausblick für das Gesamtjahr. Mit einer Beteiligung von vorerst 25% an Albin Kistler soll das Vermögensverwaltungsgesellschaft gestärkt werden.

Der Geschäftserfolg des Bündner Kantonsinstituts erhöhte sich in den ersten sechs Monaten 2016 um 1,9% auf 91,7 Mio, der Konzerngewinn nahm um 2% auf 90,4 Mio zu. Den Geschäftsertrag weist das Institut mit 178,0 Mio aus, ein Minus von 7% im Vergleich zum Vorjahr. Ein gewichtiger Teil des Rückgangs ist dabei auf die verkaufte Beteiligung an der Privat Client Bank zurückzuführen

"Das gute operative Ergebnis mit einem soliden Wachstum beim Kundengeschäft entspricht unseren Erwartungen. Strategisch ist die Bank mit einer starken Position im Heimmarkt sowie den Beteiligungen in Zürich für die Zukunft gut gerüstet", werden Bankpräsident Peter Fanconi und CEO Alois Vinzens in der Medienmitteilung am Freitag zitiert.

Mit den ausgewiesenen Zahlen hat die GKB die Erwartungen der ZKB auf den Gewinnebenen übertroffen.

GEHALTENER ERFOLG IM ZINSGESCHÄFT

Im wichtigsten Ertragspfeiler, dem Zinsengeschäft, resultierte dank einer deutlichen Steigerung des Bruttozinserfolges ein gut gehaltener Nettoerfolg von 121,7 Mio CHF. Die finanziellen Belastungen durch die kurzfristigen Absicherungsgeschäfte (Payer-Swaps) hätten spürbar abgenommen. Als Folge der Negativzinsen verringerte sich der Beitrag aus dem Kundengeschäft trotz grösserer Volumina. Die Veränderung der Wertberichtigungen verbesserten das Ergebnis des Berichtssemesters um 2,6 Mio und damit deutlich weniger stark als im Vorjahr (8,0 Mio).

Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft leistete einen Erfolgsbeitrag von 44,6 Mio (-14,6%). Der Rückgang ist dabei grösstenteils auf den Verkauf der Verkauf der Beteiligung an der Private Client Bank AG zurückzuführen. Der Erfolg im Handelsgeschäft schliesslich nahm insbesondere als Folge rückläufiger Fremdwährungstransaktionen um 33% auf 8,1 Mio ab.

Der Geschäftsaufwand verminderte sich wegen dem Verkauf der Privat Client Bank um 3% auf 83,7 Mio. Unter Ausklammerung des Verkaufseffekts wären die Kosten leicht um 1,8% gestiegen, schreibt die Bank. Die Cost-/Income-Ratio II beträgt damit 49,9% nach von 49,5% im Vorjahr.

WIEDER NEUGELDZUFLUSS

Die Zunahme der Kundenausleihungen habe sich mit noch knapp 1% normalisiert, schreibt die GKB weiter. Die Hypotheken legten mit 1,4% im Rahmen des Marktwachstums zu. Das Kundenvermögen (-9,0%) wäre ohne Berücksichtigung des Verkaufs der Private Client Bank stabil geblieben. Anders als im Vorjahr zog die GKB netto wieder neue Gelder an. Insgesamt flossen 178 Mio zu. Der Abfluss bei Kunden mit Domizil Ausland sei gestoppt und die Position im Heimmarkt gestärkt. Als Folge erhöht das Management das Neugeldziel für das Gesamtjahr auf 350 Mio von bisher 200 Mio.

Weiterhin sehr komfortabel präsentiert sich die Eigenkapitalausstattung. Die gewichtete Kapitalquote (CET1-Ratio) beträgt zur Jahresmitte 18,4% nach 18,7% per Ende 2015.

Mit Blick auf das Gesamtjahr bekräftigt das Management die bisherige Gewinnprognose. So rechnet die GKB weiter einem Reingewinn in der Grössenordnung von 166 bis 171 Mio.

ÜBERNAHME VON 25% AN ALBIN KISTLER - OPTION AUF MEHRHEITSERWERB

Ebenfalls am Freitag gab die GKB eine Beteiligung an Albin Kistler bekannt. Vorerst werden 25% der Vermögensverwaltungsgesellschaft übernommen. Zusätzlich besteht die Option, die Beteiligung innerhalb eines Zeitraumes von zwei bis drei Jahren auf 51% zu erhöhen. Der Kauf erfolge in Übereinstimmung mit der Strategie, die Position im Vermögensverwaltungsgeschäft zu stärken und die Expertise im Asset Management zu erweitern. Albin Kistler mit Hauptsitz in Zürich und einer Repräsentanz in Chur werde ihr erfolgreiches Geschäftsmodell operativ und strategisch unverändert weiterführen. Die Transaktion soll in den nächsten Wochen abgewickelt werden, so die Mitteilung weiter.

Die Goodwill-Abschreibung auf der erworbenen Beteiligung an Albin Kistler wird den Geschäftserfolg 2016 belasten. Dieser wird nun neu in einer Bandbreite von 154 bis 158 Mio erwartet. Bisher waren 170 bis 175 Mio prognostiziert worden.

An der Börse stösst das Halbjahresergebnis der GKB auf geringe Ressonanz. Der PS notiert um 10.15 Uhr 0,4% höher auf 1'668 CHF und bewegt sich damit im Rahmen des Gesamtmarktes. Die ZKB lobt die Stabilität und Berechenbarkeit des Bündner Instituts.

gab/tp

(AWP)