GlaxoSmithKline verstärkt Sparbemühungen - Prognose angehoben

(Ausführliche Fassung) - Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline trotzt den Sorgen um sein Asthmamittel Advair mit einer verbesserten Jahresprognose. Im zweiten Quartal lief es bei den Briten vor allem dank neuer Medikamente gut, allerdings wurde das Wachstum wie schon zum Jahresstart abermals durch das erstarkende Pfund abgewürgt. Konzernchefin Emma Walmsley, die GSK einen Umbau verordnet hat und schon seit längerem auf die Kostenbremse tritt, kündigte unterdessen bei der Vorlage der Zahlen am Mittwoch ein neues Sparprogramm an.
25.07.2018 13:45

Die gross angelegten Massnahmen, mit denen Walmsley nun vor allem den Kosten in der Lieferkette und Verwaltungsaufwendungen zu Leibe rücken will, sollen ab 2021 Einsparungen in Höhe von 400 Millionen Pfund pro Jahr bringen, teilte der Konzern in London mit. Weil der Umbau andererseits auch Kosten mit sich bringt, dürften in den kommenden drei Jahren bilanzielle Belastungen von 800 Millionen Pfund in Bar sowie 900 Millionen Pfund als Nichtbarkomponente fällig werden.

Gleichzeitig sprach Walmsley von "ermutigenden Resultaten im gesamten Konzern" im zweiten Quartal und stellt nun für 2018 mehr Gewinn in Aussicht. Die neuen Ziele seien zum einen dem erfolgreichen Start des Impfmittels Shingrix geschuldet, ausserdem können die Briten nun nach der Komplettübernahme des ehemals gemeinsam mit Novartis geführten Geschäfts für rezeptfreie Medikamente mehr Beiträge verbuchen.

Sollte in diesem Jahr kein Nachahmermedikament mehr für Advair auf den Markt kommen - was eher als unwahrscheinlich gilt - peilt der Konzern nun einen Anstieg für das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) von 7 bis 10 Prozent an. Währungseffekte sind in dieser Prognose allerdings ausgeklammert. Zuvor hatte GSK noch mit einem Plus von 4 bis 7 Prozent gerechnet. Dies traut sich das Unternehmen nun sogar zu, sollte ein Generikum für Advair ab Oktober auf dem US-Markt verfügbar sein.

GlaxoSmithKline bekommt auch ohne die Generika-Konkurrenz für Advair schon seit einer Weile den Preisdruck im Atemwegsgeschäft in den Vereinigten Staaten zu spüren. Der Konzern setzt deshalb auf neue Mittel wie Shingrix oder das Lungenmittel Trelegy Ellipta. Das operative Ergebnis verbesserte sich hingegen unter anderem wegen gesunkener Kosten auf knapp 780 Millionen Pfund, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 20 Millionen Pfund angefallen war./tav/jsl/fba

(AWP)