GLKB steigert Geschäftserfolg - Gewinn von Swisscanto-Effekt belastet

(Meldung durchgehend mit weiteren Einzelheiten sowie Aktienkurs ergänzt)
28.10.2016 12:25

Glarus (awp) - Die Glarner Kantonalbank (GLKB) hat das Wachstum in den ersten neun Monaten 2016 fortgesetzt und den Geschäftserfolg gesteigert. Das Finanzinstitut, das neben seinem traditionellen Geschäft stark auf eine Digitalisierungsstrategie setzt, hat dabei vom anhaltenden Wachstum der Hypothekarausleihungen und auch von Erträgen aus Software-Lizenzen profitiert.

Der Geschäftserfolg lag in den ersten neun Monaten mit 15,9 Mio CHF um 23% über dem Wert des Vorjahres, wie die GLKB am Freitag mitteilte. Dabei profitierte das Institut davon, dass im Berichtszeitraum praktisch keine Rückstellungen und Wertberichtigungen für gefährdete Kredite vorgenommen wurden. Demgegenüber verringerte sich der Reingewinn um 14% auf 13,2 Mio CHF. Neben höheren Steuern belastete auch der Wegfall der Erträge aus dem Swisscanto-Verkauf vom Vorjahr.

MEHR LIZENZEINNAHMEN

Insgesamt erzielte die GLKB einen Betriebsertrag von 48,7 Mio CHF (+8,8%). Im Zinsengeschäft (+2,0% auf 36,1 Mio CHF) legte das Institut allerdings langsamer zu als in den Vorjahren. Rückläufig war dagegen das Kommissionsgeschäft (-11% auf 6,5 Mio) während im Handelsgeschäft (+76% auf 3,9 Mio) deutlich mehr Ertrag erwirtschaftet wurde.

Der noch im Vorjahr praktisch bedeutungslose "übrige ordentliche Erfolg" belief sich in den ersten neun Monaten auf 2,4 Mio CHF. Er setze sich aus Erträgen für Software-Lizenzen sowie aus einer positiven Wertentwicklung auf Wertschriftenpositionen zusammen, so die GLKB. Die Kantonalbank hat etwa ihr "Robo-Advisor"-Konzept an "MoneyPark" und ihre Online-Hypothekenplattform (hypomat.ch) an die Freiburger Kantonalbank lizenziert.

Ebenfalls höher fiel allerdinhgs der Geschäftsaufwand (+5% auf 15,9 Mio) aus, was auf einen gestiegenen Personalaufwand zurückzuführen war. Der Ausbau der Aktivitäten im Bereich der digitalen Angebote sowie die "weiterhin erfreuliche Entwicklung des Geschäftsvolumens" hätten zu einem moderaten Personalaufbau geführt, so die GLKB.

ÄNDERUNG IN GESCHÄFTSLEITUNG

Im Hypothekargeschäft legte die GLKB weiter zu: Die Hypothekarforderungen erhöhten sich gegenüber dem Stand von Ende 2015 um 5,9% auf 4,19 Mrd CHF. Aber auch die Kundengelder konnten mit einem Plus von 6,4% auf 3,47 Mrd gesteigert werden. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 6,9% auf 5,33 Mrd.

Eine Veränderung gibt es auf Anfang 2017 in der Geschäftsleitung der Bank. Der Verwaltungsrat habe beschlossen, diese neu auf fünf Mitglieder zu erweitern, so die Mitteilung. Neu wird Patrik Gallati, Leiter Marktsupport/Mediensprecher, im Gremium Einsitz nehmen. Er werde in der Geschäftsleitung den Bereich "Unternehmenssteuerung" von Hanspeter Rhyner übernehmen, der sich ganz auf seine Funktion als Vorsitzender der Geschäftsleitung konzentrieren will.

AKTIENKURS LEICHT TIEFER

Für die Analysten der ZKB hat die GLKB einmal mehr die Erwartungen übertroffen, wobei sie von ihrer "proaktiv umgesetzten Digitalisierungsstrategie" - insbesondere im Bereich Online-Vertrieb und Software-Lizenzierung - profitiert habe. Insgesamt sei das Konzept der Bank bislang aufgegangen. Die Titel der GLKB zeigen sich von den Quartalszahlen dagegen wenig beeindruckt und geben mit dem Gesamtmarkt (SPI -0,5%) nach. Gegen 11 Uhr notieren die GLKB-Namenaktien um 0,6% tiefer bei 24,10 CHF, gehandelt sind bis dahin 1'800 Titel.

mk/tp/cf

(AWP)