GLKB steigert im ersten Halbjahr Gewinn markant - Auf Zielkurs für 2017

(Mit Aussagen eines GLKB-Managers, Analystenkommentar und Aktienkurs ergänzt) - Die Glarner Kantonalbank (GLKB) hat im ersten Halbjahr 2017 ihren Wachstumskurs fortgesetzt und auch unter dem Strich deutlich mehr verdient. Dazu trugen auch die Wachstumssegmente Hypomat und Kreditfabrik bei. Für das Gesamtjahr sieht sich das Institut auf Kurs, die eigenen Ziele zu erreichen - ohne diese allerdings zu benennen.
02.08.2017 10:54

Das GLKB-Management spricht von einem "sehr erfolgreichen ersten Halbjahr". Tatsächlich steigerte das Institut alle wichtigen Kennzahlen. So nahmen insbesondere der Geschäftserfolg und der Reingewinn um je 16% auf 12,0 Mio CHF rsp 10,0 Mio CHF zu.

Hintergrund dieser Entwicklung sei eine deutliche Ertragssteigerung bei nur geringem Kostenanstieg, teilte die Gesellschaft am Mittwoch mit. Der gesamte Betriebsertrag verbesserte sich konkret um 8,7% auf 34,8 Mio CHF, während der Geschäftsaufwand nur um 5,9% auf 20,6 Mio CHF zunahm. Laut der GLKB war das zweite Quartal das 21. Quartal in Folge mit einer Steigerung der Erträge gegenüber dem Vorjahresquartal.

Im wichtigsten Geschäft, dem Zinsengeschäft, nahm der Erfolg im Semester um 14% auf 26,9 Mio CHF zu. Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft resultierte ebenfalls eine Verbesserung um 14% auf 5,0 Mio. Das kleine Handelsgeschäft entwickelte sich hingegen rückläufig (-25% auf 1,8 Mio). Letzteres begründete Patrik Gallati, Bereichsleiter Unternehmenssteuerung, auf Anfrage mit einem buchhalterischen Effekt aus dem Dividenden-Arbitrage-Geschäft.

GERINGE NACHFRAGE NACH 20-JÄHRIGEN-HYPOTHEKEN

Die Kundengelder haben indes seit Anfang Jahr laut den Angaben um 6,8% auf 3,55 Mrd CHF zugenommen. Und die Bilanzsumme erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 6,1% auf 5,60 Mrd CHF.

Im Hypothekargeschäft legte die GLKB weiter zu: Die Hypothekarforderungen erhöhten sich um 2,5% gegenüber dem Stand von Ende 2016 und belaufen sich neu auf 4,33 Mrd CHF. Alle Vertriebskanäle hätten zum Wachstum beigetragen, betont die Bank, die mit ihrem Hypomat zu den Vorreitern bei den Online-Hypotheken gezählt wird.

GLKB-Manager Gallati mochte die Beiträge des Hypomaten zwar nicht beziffern. Das Wachstum habe sich jedoch "entlang der Erwartungen" entwickelt. Die Nachfrage nach Hypotheken mit einer Laufzeit von 20 Jahren halte sich jedoch "in Grenzen", räumte er ein. Mit dem unüblichen Angebot hatten sich die Glarner vor einiger Zeit ins Gespräch gebracht.

Zusätzlich werden bekanntlich Hypothekarvolumen für die Kunden der GLKB-Kreditfabrik aufgebaut. Diese Volumina seien nicht bilanzwirksam, trügen jedoch zur Ertragsdiversifikation bei, hiess es weiter. Auch in diesem Business-to-business-Geschäftsfeld sei die GLKB auf Budgetkurs, so Gallati. "Wir sind bestrebt, weitere Partner zu finden."

NEGATIVZINSEN FÜR MILLIONÄRE

Im Ausblick auf das zweiten Halbjahr hiess es, dass das Umfeld anspruchsvoll bleibe. Das Management gab sich jedoch zuversichtlich, die budgetierten Zielvorgaben zu erreichen. Konkretisiert wurden diese allerdings nicht.

Anspruchsvoll ist das Umfeld nicht zuletzt wegen der Negativzinsen. Seit dem 1. Juli gibt das Institut diese ab einem Kontoguthaben von 2 Mio CHF weiter. Laut Gallati werden solche Guthaben mit 0,25% belastet, ab 5 Mio CHF sind es dann 0,50%.

ZAHLEN ÜBER DEN PROGNOSEN

Mit den ausgewiesenen Zahlen wurden die Schätzungen der Zürcher Kantonalbank durchs Band übertroffen. "Insbesondere die Expansion über die (zugegeben recht engen) Kantonsgrenzen hinweg zahlt sich weiterhin aus", schreibt der zuständige Analyst. Hypomat und Kreditfabrik blieben die Haupttreiber des Wachstums, "welches im Retailbankensektor eine seltene Erscheinung ist".

Gerade das Hypothekengeschäft für Dritte sollte laut der Meinung des Experten weiterhin den Provisionsüberschuss nach oben treiben können. Er geht insgesamt davon aus, dass sich das Ertrags- und Gewinnwachstum auch im gesamten Kalenderjahr aufrechterhalten lässt.

An der Börse legen die GLKB-Papiere bis um 10.40 Uhr um 0,5% zu und damit im Rahmen des Gesamtmarktes.

rw/ys

(AWP)