Globale IPO-Aktivitäten im Q2 durchwachsen - 3 Börsengänge von Schweizer Firmen

Zürich (awp) - Das Beratungsunternehmen EY legt in einer Studie durchwachsene Zahlen zum globalen IPO-Markt vor. Die weltweiten Börsengänge sind im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich um 38% zurückgegangen, das generierte Emissionsvolumen sogar um 61%. Europa bleibt gemäss EY die aktivste IPO-Region. Der stärkste Rückgang ist in China zu beobachten. Von den Schweizer Unternehmen wagten trotz einem schwierigen ersten Quartal deren drei im zweiten Quartal den Börsengang, zwei davon im Ausland.
29.06.2016 09:21

An der Schweizer Börse startete der Rheintaler Vakuumventilhersteller VAT mit einem Ausgabepreis von 45 CHF pro Aktie im April 2016. Nach furiosem Start liegt der aktuelle Aktienpreis bei rund 57 CHF, ein Aufschlag von knapp 27%.

Die Schweizer IPOs an ausländischen Börsen verliefen deutlich schlechter. Das Genfer Pharmaunternehmen GeNeuro entwickelt Therapien gegen Autoimmunerkrankungen und ist seit April 2016 an der Euronext Paris gelistet. Ausgegeben wurden über 2,5 Mio Aktien zum Preis von 13 EUR mit einem Erlös von rund 33 Mio EUR. Der Kurs liegt aktuell mit einem satten Minus von 32% bei 8,72 EUR.

Der Churer Netzwerkdienstleisters Talkpool debütierte im Mai 2016 an der Nasdaq First North in Stockholm. Die Titel notieren nach respektablen Gewinnen aktuell leicht tiefer als beim Börsengang.

"Viele Börsenkandidaten bleiben trotz der Suche nach rentablen Anlagemöglichkeiten zurückhaltend und warten vorerst mit einem IPO", wird Alessandro Miolo, Partner bei EY, zitiert. Zudem seien Börsenkandidaten aufgrund der eingetrübten weltweiten Konjunkturaussichten vorsichtiger. "Die Sommermonate waren hinsichtlich IPOs bisher eher ruhig. Mit dem Brexit sind die Unsicherheiten noch gestiegen." Ausserdem bremse der anhaltend dynamische M&A-Markt die IPO-Avancen. Ein geordneter Verkauf lasse sich bedeutend besser steuern als ein Börsengang, heisst es weiter.

"Private Equity Unternehmen und Firmen, die Teilbereiche abstossen wollen, entscheiden sich häufiger für einen Verkauf statt für einen Börsengang. Dies hat vor allem mit der hohen Kaufbereitschaft strategischer Investoren zu tun. Es lassen sich hohe Preise erzielen", so Miolo.

sta/tp

(AWP)