Goldman Sachs und Morgan Stanley schneiden besser als erwartet ab

(Ausführliche Fassung) - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat im dritten Quartal trotz Schwierigkeiten im Handelsgeschäft etwas mehr verdient. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 2,1 Milliarden US-Dollar, wie der Finanzkonzern am Dienstag in New York mitteilte. Damit wurden die Markterwartungen klar übertroffen. Die Aktie kletterte vorbörslich um gut ein Prozent. Auch der Konkurrent Morgan Stanley schnitt im dritten Quartal besser ab als Experten erwartet hatten.
17.10.2017 15:02

Bei Goldman Sachs sanken zwar die Erlöse im wichtigen Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen um 26 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. Damit fiel der Rückgang aber geringer aus als angenommen. Dank deutlicher Zuwächse im klassischen Investmentbanking - dazu zählen etwa die Beratung und Betreuung von Firmen bei Börsengängen und Wertpapierplatzierungen - konnten die konzernweiten Erträge insgesamt um zwei Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar erhöht werden.

Goldman-Chef Lloyd Blankfein sprach von einer "soliden" Leistung, auch wenn die Schwäche in der Handelssparte seinem Unternehmen schon länger zusetzt. Bereits im Vorquartal hatte das Geschäft die Bilanz belastet. Wie die gesamte Branche leidet der Wall-Street-Riese darunter, dass Anleger ihre Portfolios weniger umschichten als im Vorjahr. Damals hatte die hohe Nervosität angesichts von Brexit und US-Wahlen für viel Betrieb an den Finanzmärkten gesorgt.

Konkurrenten wie JPMorgan , Citigroup oder Bank of America können die Probleme im Handel durch ihr breite Aufstellung als Universalbanken durch stärkere Kreditvergabe abfedern und profitierten dabei zuletzt von steigenden Zinsen. Goldman Sachs macht jedoch kein nennenswertes Massengeschäft mit Verbraucherkrediten. Nicht zuletzt deshalb waren die Erwartungen an die Quartalszahlen nicht so hoch gewesen.

Morgan Stanley verdiente im vergangenen Quartal ebenfalls mehr als erwartet. Verglichen mit dem Vorjahreswert stieg der Überschuss um neun Prozent auf 1,8 Milliarden US-Dollar, wie das Geldhaus am Dienstag mitteilte. In der Handelssparte lief es zwar - vor allem wegen einer Flaute im Geschäft mit Anleihen - schlechter, doch dafür brachte zum Beispiel die Vermögensverwaltung mehr ein. Insgesamt kletterten die Erträge - die gesamten Einnahmen der Bank - um drei Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar./hbr/zb

(AWP)