Grossbritannien: Arbeitslosigkeit fällt - Reallöhne aber auch

Der britische Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin in guter Verfassung, das Lohnwachstum bleibt aber nach wie vor hinter den in Aufschwungphasen üblichen Zuwächsen zurück. Die Reallöhne, also die um die Inflation bereinigten Löhne, gingen im ersten Quartal sogar zurück. Das bedeutet, die Lohnempfänger verlieren Kaufkraft, was meistens das Wirtschaftswachstum belastet. Die Entwicklung bestätigt entsprechende Befürchtungen der britischen Notenbank, die vor diesem Phänomen gewarnt hat.
17.05.2017 11:09

Nach Zahlen des britischen Statistikamts ONS vom Mittwoch fiel die Arbeitslosenquote im Zeitraum Januar bis März auf 4,6 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit 1975. Volkswirte hatten eine Quote von 4,7 Prozent erwartet. Die Beschäftigung stieg in den drei Monaten bis März deutlich stärker als erwartet. Sie legte um 122 000 Stellen zu, während ein Zuwachs um 21 000 Stellen erwartet wurde.

Trotz der Stellenzuwächse bremste das Lohnwachstum (ohne Bonuszahlungen) von 2,2 auf 2,1 Prozent ab. Abzüglich der Inflationsrate von 2,3 Prozent im ersten Quartal ergibt sich ein Rückgang der Reallöhne um 0,2 Prozent. Es ist das erste Mal seit zweieinhalb Jahren, dass die Reallöhne fallen.

Neben den Zahlen nach internationalen Standards veröffentlicht das ONS auch eine nationale Berechnung. Diese läuft den Zahlen nach internationaler Methode um einen Monat voraus. Demnach ist die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe ("Claimant Count") im April um 19 400 gestiegen. Der Anstieg im Vormonat wurde von 25 500 auf 33 500 korrigiert./bgf/jkr/stb

(AWP)