Grossbritannien: Arbeitslosigkeit fällt weiter - Reallöhne sinken

Die Arbeitsmarktlage in Grossbritannien bessert sich immer mehr, allerdings nicht nur zum Vorteil der Arbeitnehmer. Während die Arbeitslosigkeit fällt und die Beschäftigung steigt, geht die Kaufkraft der Verbraucher infolge steigender Preise und schwacher Lohnzuwächse zurück. Nach Zahlen des Statistikamts ONS vom Mittwoch fiel die Arbeitslosenquote im Zeitraum Mai bis Juli auf 4,3 Prozent. Das ist ein neuer 42-jähriger Tiefstand. Analysten hatten eine unveränderte Quote von 4,4 Prozent erwartet.
13.09.2017 11:58

Trotz des immer engeren Arbeitsmarkts kommt die Lohnentwicklung nicht in Schwung. Sowohl ohne als auch mit Bonuszahlungen stiegen die Löhne im Dreimonatszeitraum bis Juli wie im vorherigen Zeitraum um 2,1 Prozent. Das lag unterhalb der Markterwartungen und ist wesentlich schwächer als der Lohnauftrieb in vorherigen konjunkturellem Aufschwungphasen. Unter Berücksichtigung der steigenden Inflation - eine Folge des fallenden Pfundkurses - gingen die Reallöhne und damit die Kaufkraft um 0,4 Prozent zurück.

Die Beschäftigung stieg in den drei Monaten bis Juli stärker als erwartet um 181 000 Stellen. Neben den Zahlen nach internationalen Standards veröffentlicht das ONS auch eine nationale Berechnung. Diese läuft den Zahlen nach internationaler Methode um einen Monat voraus. Demnach ist die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe ("Claimant Count") im Juli um 2800 gesunken. Der Rückgag im Vormonat wurde von 4200 auf 2900 korrigiert./bgf/jsl/das

(AWP)