Grünen-Finanzexperte: Lebensversicherungen sterben langsam

Der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick befürchtet, dass mehrere Lebensversicherer wegen der langen Niedrigzinsphase den privaten Sicherungsfonds der Branche, Protektor, in Anspruch nehmen müssen. Protektor übernimmt bei Insolvenz eines Anbieters die Verträge der Kunden, so dass die Leistungen für die Altersvorsorge und der Risikoschutz nicht verloren gehen. "Die Branche hat unangenehme Jahre vor sich und damit leider auch die Versicherten. Lebensversicherungen sterben langsam, Banken schnell", sagte Schick dem "Mannheimer Morgen" (Montag).
14.10.2018 18:50

Der Mannheimer Bundestagsabgeordnete kritisierte Pläne des Finanzministeriums, nach der Versicherungen weniger für die Auszahlung von Garantieleistungen vorsorgen müssen. Das Verfahren sei intransparent. Eine Rettung der Lebensversicherungsbranche sei "nötig, weil die Unternehmen die Versprechen gegenüber den Kunden sonst nicht einhalten könnten", sagte Schick. "Darüber muss öffentlich gesprochen werden."

Es gebe keinen fairen Lastenausgleich zur Rettung der Branche. "Die Verbraucher werden voll belastet, die Anteilseigner kaum. Deshalb fordern wir unter anderem eine Verschärfung der Ausschüttungssperre", sagte Schick. Die Unternehmen sollen Überschüsse eigentlich zur Stärkung des Eigenkapitals nutzen und nicht an die Mutterkonzerne ausschütten. Das geschieht laut Schick aber doch. "Der Trick besteht darin, dass Gewinnabführungsverträge zwischen der Versicherung und ihrer Muttergesellschaft von der Ausschüttungssperre ausgenommen sind. Genau diese Lücke nutzen die Unternehmen jetzt aus."/hn/DP/he

(AWP)