Gurit erhöht Profitabilität und zahlt deutlich mehr Dividende

(Meldung ausgebaut) - Der Spezialkunststoffhersteller Gurit hat im Geschäftsjahr 2016 bei einem tieferen Umsatz Fortschritte bei der Profitabilität erreicht. Gelitten haben die Ostschweizer aber unter einem schwachen Windenergiemarkt. Die Aktionäre werden erneut mit einer deutlich höheren Dividende beglückt.
08.03.2017 08:35

Gurit hat sich nach eigener Einschätzung erfolgreich gegen den Rückgang an neu installierter Windkapazität von -14% weltweit und niedrigere Projektrealisierungen im Marine- und Industriesektor behauptet, heisst es am Mittwoch in einer Mitteilung.

In konkreten Zahlen liest sich das so: Der Umsatz bildete sich im Berichtsjahr um 2,1% auf 352,0 Mio CHF zurück; in Lokalwährungen hätte ein kleines Plus von 0,3% resultiert. Demgegenüber nahm der Betriebsgewinn um 12% auf 36,8 Mio zu und die Marge lag, wie bereits im Januar angekündigt, bei 10,5%. Das sind 1,3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Die höhere Profitabilität ist Gurit zufolge auf einen vorteilhaften Produktmix, das laufende Effizienzprogramm sowie auf eine vorteilhafte Rohstoff- und Wechselkurssituation zurückzuführen.

HÖHERE AUSSCHÜTTUNGSQUOTE

Der Reingewinn schliesslich legte um 15% auf 26,0 Mio CHF zu. Dies entspricht einem Überschuss von 55,64 CHF pro kotierter Inhaberaktie. Davon sollen die Aktionäre 20 CHF je Anteil als Dividende erhalten - fünf Franken mehr als im Vorjahr.

Das entspricht einer Ausschüttungsquote von knapp 36%. Hatte Gurit in den letzten Jahren immer rund 30% des Reingewinns in Form einer Dividende ausgeschüttet, sollen es neu zwischen 30 und 40% sein, hatte Gurit bereits vor einem Jahr angekündigt.

Obschon Gurit bereits im Januar den Umsatz und die Betriebsgewinnmarge genannt hatte, lagen die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) für die Gewinnzahlen leicht über den ausgewiesenen Werten.

SCHWACHER WINDENERGIEMARKT

Im umsatzmässig grössten Geschäftsbereich Composite Materials ging der Erlös um 3,0% auf 265,6 Mio CHF zurück bzw. um 1,6% in Lokalwährungen. Das Windenergiegeschäft bestritt mit 149,0 Mio CHF (-4,1%) mehr als die Hälfte hiervon. Vor allem der chinesischen Windenergiemarkt habe im Vergleich zum Rekordjahr 2015 um 24% tiefere Installationsraten gezeigt, heisst es.

Die Erlöse in anderen Materialmärkten gingen 1,6% auf 116,6 Mio zurück, laut Mitteilung vor allem wegen tieferen Umsätzen im Marinemarkt. Diese hätten nicht vollständig durch das zweistellige Wachstum im Luft- und Raumfahrtgeschäft kompensiert werden können, so Gurit.

Im Geschäftsbereich Composite Components (Automobilkomponenten, Busteile und Structural Engineering) sanken die Verkäufe um 34% auf 17,4 Mio. Gurit spricht von einem erwarteten Umsatzrückgang, resultierend aus termingerecht ausgelaufenen Verträgen.

Im Geschäftsbereich Tooling (Bauformen für Rotorblätter) habe man hingegen ein neues Rekordjahr verzeichnet: der Nettoumsatz stieg hier um 17% auf 69,0 Mio.

DER ÜBLICHE AUSBLICK

Mit Blick auf das laufende Jahr geht Gurit davon aus, im niedrigen einstelligen Bereich zu wachsen. Im Hinblick auf die Profitabilität habe man die Absicht, den mittelfristigen Zielkorridor von 8-10% Betriebsgewinnmarge zu erreichen. Das ist der gleiche Ausblick, den Gurit bereits im vergangenen Jahr abgegeben hatte.

ra/rw

(AWP)