Gurit gewinnt Auftrag im Automobilsektor über 15 Mio CHF - "Signalwirkung"

(Meldung vom Vorabend mit Analystenkommentaren und Aktienkurs ergänzt)
09.09.2016 10:38

Wattwil (awp) - Der Spezialkunststoffhersteller Gurit hat am britischen Automobilmarkt einen grösseren Auftrag erhalten. Der über vier Jahre laufende Auftrag über die Lieferung von kohlefaserbasierten Karosserieteilen hat ein Volumen von rund 15 Mio CHF. Analysten sehen darin durchaus eine Signalwirkung.

Die Prototypen der Panels entwickle man Standort in Grossbritannien, die Produktion soll dann in der neuen Fabrik in Ungarn erfolgen, teilte Gurit am Donnerstagabend mit. Die ersten Panels würden ab Juni 2018 ausgeliefert.

"AUFTRAG MIT SIGNALWIRKUNG"

Dem Auftrag misst Philipp Gamper von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hohe Bedeutung zu. Der Umsatz schrumpfte in diesem Geschäftsbereich (Komponenten) im ersten Halbjahr 2016 auf 9,4 Mio CHF zusammen, wofür Gurit das schwache Komponentengeschäft mit dem Auslaufen alter Projekte und der Verzögerung bei der Generierung neuer Projekte verantwortlich machte.

Dem nun bekannt gegebenen Auftrag komme durchaus auch Signalwirkung zu, will sich Gurit doch mit ihren hochwertigen karbonfaserbasierten Komponenten vor allem in der Nische sportlicher Premiumfahrzeuge positionieren, so Gamper weiter.

Angetan zeigt sich Reto Amstalden von Baader Helvea davon, dass Gurit seine Wachstums-Pipeline im Bereich Nicht-Windenergieaktivitäten mit diesem Auftrag verbreitert. Damit sei das Unternehmen auf Kurs zu künftig nachhaltigerem und weniger volatilem, zyklischem Wachstum.

Der Auftrag untermauere seine Einschätzung eines ab 2018 wachsenden Automobilmarkt-Geschäfts. Amstalden rechnet damit, dass sich Gurit weitere Aufträge in diesem Bereich sichern kann, was dann wiederum für seine Schätzungen Potential nach oben geben könnte. Dies auch vor dem Hintergrund, dass weitere Aufträge die Auslastung in der neuen Fabrik in Ungarn erhöhe. Amstalden empfiehlt die Gurit-Aktie weiterhin zum Kauf bei einem Kursziel von 850 CHF.

Gamper von der ZKB stuft mit "Marktgewichten" ein, auch wenn die Aktien grundsätzlich nicht teuer bewertet seien. Die Geschäftssituation im Komponentengeschäft sei aber nach wie vor "schwierig" und die Nachfrage nach Composite-Materialien der Windenergieindustrie, des wichtigsten Marktes von Gurit, weiterhin "gedämpft", lautet sein Fazit.

AKTIE BÜSST LEICHT EIN

Die News lassen die Gurit-Aktie nicht steigen. Im Gegenteil: Um 10.30 Uhr verliert sie bei dünnem Volumen um 1,3% auf 764,00 CHF (SPI +0,01%). Dies dürfte allerdings wohl eher mit Gewinnmitnahmen zu erklären sein, denn seit Jahresbeginn hatte der Titel bislang einen starken Lauf (+35% vs. -1% für den SPI).

mk/cp/ra

(AWP)