Gurit verbessert Profitabilität 2016 deutlich und erhöht Dividende

(Zusammenfassung) - Der Spezialkunststoffhersteller Gurit hat im Geschäftsjahr 2016 bei einem tieferen Umsatz Fortschritte bei der Profitabilität erzielt. Gelitten haben die Ostschweizer aber unter einem schwachen Windenergiemarkt. Die Aktionäre werden erneut mit einer deutlich höheren Dividende beglückt.
08.03.2017 12:05

Gurit hat sich nach Einschätzung seines CEO Rudolf Hadorn gut behauptet, wie er am Mittwoch vor Medien und Analysten erklärte. So habe sich etwa das Niveau an neu installierten Windkraftkapazitäten im Berichtsjahr um ganze 14% zurückgebildet. Und Gurit liefert das Material und die Bauformen für die Rotorblätter der Anlagen.

In konkreten Zahlen liest sich das so: Der Umsatz bildete sich um 2,1% auf 352,0 Mio CHF zurück. Demgegenüber nahm der Betriebsgewinn um 12% auf 36,8 Mio zu und die Marge lag bei 10,5%. Das sind 1,3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Die höhere Profitabilität ist Hadorn zufolge auf einen vorteilhaften Produktmix, Effizienzprogramme sowie auf eine vorteilhafte Rohstoff- und Wechselkurssituation zurückzuführen.

In der Tat zeigt ein Blick auf die sogenannte "EBIT-Brücke", dass in 2016 die noch tieferen Rohstoffkosten alleine den Betriebsgewinn um 4,6 Mio CHF angehoben haben.

HÖHERE AUSSCHÜTTUNGSQUOTE

Der Reingewinn schliesslich legte um 15% auf 26,0 Mio CHF zu. Dies entspricht einem Überschuss von 55,64 CHF pro kotierter Inhaberaktie. Davon sollen die Aktionäre 20 CHF je Anteil als Dividende erhalten - fünf Franken mehr als im Vorjahr.

Das entspricht einer Ausschüttungsquote von knapp 36%. Hatte Gurit in den letzten Jahren immer rund 30% des Reingewinns in Form einer Dividende ausgeschüttet, sollen es neu zwischen 30 und 40% sein.

SCHWACHER WINDENERGIEMARKT

Im umsatzmässig grössten Geschäftsbereich Composite Materials ging der Erlös um 3,0% auf 265,6 Mio CHF zurück bzw. um 1,6% in Lokalwährungen. Das Windenergiegeschäft bestritt mit 149,0 Mio CHF (-4,1%) mehr als die Hälfte hiervon. Vor allem der chinesischen Windenergiemarkt habe im Vergleich zum Rekordjahr 2015 um 24% tiefere Installationsraten gezeigt.

Nach diesem Rücksetzer rechnet Hadorn in 2017 wieder mit einem wachsenden Windenergie-Markt. Er erwarte ein Wachstum dieses wichtigen Marktes um etwa 5%. Insgesamt dürfte die installierte Leistung in 2017 von 54,8 GW im letzten Jahr auf etwa 57 GW steigen, so die Schätzungen Hadorns.

Die Erlöse in anderen Materialmärkten gingen 1,6% auf 116,6 Mio zurück, vor allem wegen tieferen Umsätzen im Marinemarkt. Diese hätten nicht vollständig durch das zweistellige Wachstum im Luft- und Raumfahrtgeschäft kompensiert werden können.

Im Geschäftsbereich Composite Components (Automobilkomponenten, Busteile und Structural Engineering) sanken die Verkäufe um 34% auf 17,4 Mio. Hadorn sprach von einem erwarteten Umsatzrückgang, resultierend aus termingerecht ausgelaufenen Verträgen.

Im margenstarken Geschäftsbereich Tooling (Bauformen) verzeichnete Gurit hingegen ein neues Rekordjahr: Der Nettoumsatz stieg hier um 17% auf 69,0 Mio. Hadorn zufolge wird dieses Segment auch in 2017 gut abschneiden, es werde aber "wohl nicht ganz so stark sein wie 2016", so der Gurit-Chef.

DER ÜBLICHE AUSBLICK

Mit Blick auf das laufende Jahr geht Gurit davon aus, im niedrigen einstelligen Bereich zu wachsen und die Betriebsgewinnmarge soll im mittelfristigen Zielkorridor von 8-10% liegen. Das ist der gleiche Ausblick, den Gurit bereits im vergangenen Jahr abgegeben hatte.

Hadorn verteidigte die Richtschnur für die Profitabilität, obschon im Berichtsjahr ein etwas höherer Wert erreicht wurde. "Wir bewegen uns in volatilen Märkten und die Rohstoffpreise steigen", erklärte er seine Zurückhaltung.

Hadorn bekräftigte ferner die mittelfristigen Ziele der "Gurit Strategy 2020". Bis zum genannten Jahr soll der Umsatz auf rund 500 Mio CHF steigen - Akquisitionen sollen 50 bis 100 Mio CHF dazu beisteuern.

Die Börse freut sich: Bis 11.30 Uhr steigen die Gurit-Valoren um 1,1% in einem schwachen Gesamtmarkt.

ra/rw

(AWP)