Gute Quartalsbilanzen schieben die Schweizer Börse an

Die Schweizer Börse hat am Dienstag auf breiter Front fester tendiert. Gute Firmenergebnisse und Konjunkturzahlen ermunterten die Anleger zu Käufen.
25.04.2017 17:35

Ein Grossteil des Kursanstiegs war allerdings den schwergewichteten Aktien von Novartis geschuldet. Ausserdem hielt die Erleichterungsrally an, die am Vortag nach dem Sieg des Pro-Europäers Emmanuel Macron bei der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl in Europa eingesetzt hatte.

Der SMI legt 0,7 Prozent auf 8775 Punkte zu. Am Montag war der Leitindex um 1,8 Prozent gestiegen. Der breite SPI steigt mit einem Plus von 1 Prozent erstmals über die Marke von 9900 Punkten.

Die Novartis-Aktien klettern um 2,2 Prozent auf 75,70 Franken, was den SMI um rund 40 Zähler hebt. Der Pharmakonzern lieferte einen Quartalsabschluss im Rahmen der Erwartungen ab. "Den Erwartungen entsprechend ist gut genug, weil es im Vorfeld der Resultate einige Besorgnis gab", erklärt David Evans, Analyst beim Broker Kepler Cheuvreux. Kosten für die Sanierung des Augenheilgeschäfts und für ein eingestelltes Entwicklungsprojekt haben den Gewinn des Pharmakonzerns im ersten Quartal geschmälert. Unter dem Strich stand mit 1,67 Milliarden Dollar 17 Prozent weniger Nettogewinn als ein Jahr zuvor. Auch sanken die Verkaufserlöse wegen der Generika-Konkurrenz für umsatzstarke Medikamente wie das Blutkrebsmittel Glivec und der Stärke der Konzernwährung Dollar leicht. An den Zielvorgaben für das ganze Jahr hält das Unternehmen fest. "Es gab wohl Marktteilnehmer, die auf eine Enttäuschung gewettet hatten", sagt ein Händler.

Die Genussscheine von Rivalin Roche steigen um 0,8 Prozent. Roche will am Donnerstag Umsatzzahlen veröffentlichen. Die Aktien von Nestlé, dem dritten SMI-Schwergewicht, sinken um 0,1 Prozent.

Bankentitel weiter auf Erholungspfad

Die Titel der Banken nahmen nach einem verhaltenen Start europaweit den Erholungstrend wieder auf. Der Branchenindex gewinnt 0,6 Prozent. Die Titel der Credit Suisse rücken am Tag vor dem Quartalsergebnis 1,7 Prozent vor. Analysten erwarten, dass die zweitgrösste Schweizer Bank wieder schwarze Zahlen schreibt.

Die Anteile der UBS, die am Freitag Ergebniszahlen vorlegen will, steigen um 1,2 Prozent.

Die Anteile von Versicherungen tendieren mehrheitlich fester. Die Swiss-Re-Aktien wurden mit einem Dividendenabschlag von 4,85 Franken gehandelt. Bâloise gewinnen 2,7 Prozent auf 146,30 Franken. J.P. Morgan stufte die Empfehlung mit einem Kursziel von 165 Franken auf "Neutral" von "Underweight" hoch.

Uneinheitlich zeigen sich die Anteile der grösseren zyklischen Firmen. Die Titel von Lonza steigen 4,1 Prozent. Der Pharma-Zulieferer hat in den ersten drei Monaten Rekorde bei Umsatz und Gewinn erzielt und den Ausblick nach oben revidiert. Ausserdem steigen die Aktien in den Schweizer Bluechips-Index SMI auf. Lonza ersetzt ab 3. Mai die Biotechnologiefirma Actelion, die im Zuge der 30 Milliarden Dollar schweren Übernahme durch den US-Konsumgüterriesen Johnson & Johnson aus dem Index fällt.

Swatch nach Erfolg vor Gericht gesucht

Swatch rücken um 2,2 Prozent vor. Der Uhrenkonzern hat in einer Schadenersatzklage gegen Tiffany vor einem Schiedsgericht in Amsterdam recht erhalten. Tiffany muss Swatch gut 400 Millionen Franken bezahlen. Swatch hat das Geld bereits im Jahr 2013 verbucht.

Am breiten Markt stechen die Anteile von AMS mit einem Kurssprung von fast 20 Prozent heraus. Bei 65,60 Franken erreichte der Kurs, der sich seit Jahresanfang mehr als verdoppelt hat, einen neuen Höchstwert. AMS wies im ersten Quartal zwar einen Verlust von 16,2 Millionen Euro aus, nach 13,6 Millionen Euro Gewinn vor einem Jahr. Für das zweite Quartal stellt das Unternehmen aber mehr Umsatz in Aussicht. Zudem werde eine Anhebung des mittelfristigen Umsatzziels geprüft, wie AMS in der Nacht auf Dienstag mitteilte.

Die Aktien von GAM ziehen nach einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux um 4,8 Prozent an. Der Broker hat GAM als Übernahmekandidaten eingestuft.

Bei den Industriewerten fallen Oerlikon mit einem Kursanstieg um 3,1 Prozent auf. Auch Sulzer, Burckhardt und Autoneum reihen sich mit einem Plus von 2 Prozent und mehr unter die Gewinner ein.

(Reuters)