Händler Steinhoff verbucht 2018/19 Milliardenverlust

Der kriselnde Handelskonzern Steinhoff International hat das vergangene Geschäftsjahr 2018/19 mit einem Milliardenverlust abgeschlossen. Per Ende September 2019 stand unter dem Strich ein Minus von 1,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am späten Dienstagabend im südafrikanischen Stellenbosch mitteilte. Im Vorjahr war ein Fehlbetrag von 1,25 Milliarden Euro angefallen. Der Umsatz im fortgeführten Geschäft nahm um 5 Prozent auf knapp 12 Milliarden Euro zu.
01.07.2020 08:51

Steinhoff ist in der Schweiz als Besitzerin der Möbelkette Conforama bekannt. Ein Bilanzskandal hatte Steinhoff schwer erschüttert. Mit den juristischen Nachwehen kämpft der Konzern bis heute, was unter anderem auch zu der verspäteten Vorlage der Jahreszahlen führte. Nachdem Steinhoff im vergangenen Jahr zunächst die Finanzen neu aufgestellt hat, steht nun weiter die juristische Aufarbeitung im Vordergrund, wie Steinhoff mitteilte. Als dritten Schritt des Sanierungsprozesses soll der Konzern weiter umgebaut und sowohl Schulden als auch Finanzierungskosten gesenkt werden.

Einen Ausblick auf das neue Geschäftsjahr gab Steinhoff wegen der Corona-Pandemie nicht. Die Bedingungen für den Handel seien jedoch weiter problematisch. Zwar gebe es die ersten Lockerungen in den Ländern, in denen Steinhoff tätig sei, jedoch variierten diese von Land zu Land. Dabei seien die Geschäfte besser angelaufen, als erwartet und profitierten vom Nachholbedarf der Kunden. Die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung hänge jedoch vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie sowie dem wirtschaftlichen Umfeld ab. Insgesamt werde die Pandemie jedoch erhebliche negative Auswirkungen auf die Geschäftszahlen haben, hiess es. Die Barmittelposition des Unternehmens sei Anfang Juni dabei deutlich besser gewesen als zu Beginn der Pandemie prognostiziert, erläuterte Steinhoff./nas/ssc/stk

(AWP)