Halbleiterkonzern X-Fab strebt an Pariser Börse - Zeichnungsfrist

Nach jahrelanger Pause wagt sich wieder ein Thüringer Unternehmen an die Börse. Der Halbleiterhersteller X-Fab SE mit Hauptsitz in Erfurt startete am Donnerstag nach Angaben des Vorstandes die Zeichnungsfrist für seine Aktien. Sie sollen am 6. April erstmals an der Börse Euronext in Paris notiert werden. Die Preisspanne für mehrere Millionen Anteilsscheine, die voraussichtlich bis 4. April angeboten werden, sei auf 8,00 bis 10,50 Euro pro Stück festgelegt worden, sagte Vorstandschef Rudi De Winter.
23.03.2017 13:45

Der Schaltkreishersteller rechnet mit einem Volumen des Börsengangs zwischen 440 und 492 Millionen Euro. Ein Grossteil der Einnahmen soll nach Unternehmensangaben in die Erweiterung der Fabriken in Deutschland, Frankreich, Malaysia und den USA gesteckt werden.

In Deutschland seien signifikante Investitionen in Erfurt und Dresden geplant, erklärte eine Sprecherin. X-Fab beschäftigt insgesamt 3800 Mitarbeiter, darunter 770 in Erfurt und 450 in Dresden. Dritter deutscher Standort ist Itzehoe. X-Fab hatte bereits vor einigen Jahren einen Börsengang in Deutschland versucht, die Aktion dann aber abgebrochen.

Die Entscheidung für die Euronext Paris sei gefallen, weil X-Fab im vergangenen Jahr die Firma Altis Semiconductor aus einem Insolvenzverfahren heraus übernommen habe. X-Fab France sei dadurch der Standort mit der grössten Fertigungskapazität. Zudem gebe es ein starkes Interesse des französischen Finanzmarktes an Technologiefirmen wie X-Fab, hiess es zur Begründung.

Die in Erfurt entstandene Firmengruppe, die in den vergangenen Jahren durch Übernahmen wuchs, ist ein Dienstleister, der Schaltkreise im Auftrag von einigen hundert Kunden produziert. Die Schalkreise fungieren als Schnittstellen zwischen der realen und der digitalten Welt. Sie werden beispielsweise als Sensoren in der Motorsteuerung von Autos, in Industrieanlagen oder medizinischen Geräten eingesetzt. Im Gegensatz zu grossen Massenherstellern fertigt X-Fab genau auf den Kundenbedarf zugeschnittene sogenannte analog/mixed-Signal Halbleiter.

Der langjährige Hauptaktionär, die belgische Beteiligungsgesellschaft Xtrion NV (Tessenderlo), will nach Unternehmensangaben keine Aktien im Zuge des Börsengangs verkaufen. Xtrion halte 61,4 Prozent der Anteile./ro/DP/jha

(AWP)