Hannover Rück und Mutter Talanx erzielen Rekordgewinne

(Ausführliche Fassung) - Geringe Schäden haben dem Rückversicherer Hannover Rück und seiner Mutter Talanx 2016 Rekordgewinne beschert. Der Überschuss der Hannover Rück dürfte mit 1,17 Milliarden Euro erneut die Milliardenschwelle überschritten haben, wie der Konzern überraschend am Dienstag mitteilte. Für 2017 peilt Vorstandschef Ulrich Wallin den dritten Milliardengewinn der Unternehmensgeschichte an. Davon profitiert Mehrheitseigner Talanx - und rechnet ebenfalls mit einem besseren Ergebnis.
07.02.2017 10:04

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Für die Hannover-Rück-Aktie ging es am Morgen um 0,44 Prozent nach oben, der Kurs von Talanx zog um 0,34 Prozent an. Damit bewegten sich die beiden Titel im Mittelfeld des MDax.

Die Hannover-Rück-Führung hatte für 2016 einen Milliardengewinn zwar nicht ausgeschlossen, offiziell bis zuletzt aber nur mindestens 950 Millionen in Aussicht gestellt. Mit 1,17 Milliarden Euro übertraf das Ergebnis nun nicht nur die Erwartungen der bereits optimistischeren Analysten, sondern auch den bisherigen Rekordwert von 1,15 Milliarden aus dem Jahr 2015. Bei den Prämieneinnahmen musste die Hannover Rück jedoch einen Rückgang um vier Prozent auf 16,4 Milliarden Euro verbuchen.

Der Versicherungskonzern Talanx, zu dem neben Marken wie HDI auch gut die Hälfte der Hannover Rück gehört, rechnet für 2016 nun mit einem Konzernergebnis von gut 900 Millionen Euro. Das wären 150 Millionen mehr als angepeilt und fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. Als Treiber dafür führte der Vorstand neben geringen Grossschäden auch steuerliche Sondereffekte an. Für 2017 geht Vorstandschef Herbert Haas von rund 800 Millionen Euro Gewinn aus - 50 Millionen mehr als zuletzt angekündigt.

Die Talanx-Aktionäre können für 2016 mit einer höheren Dividende rechnen. So will der Vorstand die Ausschüttung von 1,30 auf 1,35 Euro je Aktie anheben. Die Hannover-Rück-Spitze hat ihre Dividende zwar noch nicht beziffert. Finanzchef Roland Vogel hatte aber schon eine weitere Sonderdividende in Aussicht gestellt. "Es ist eine hohe Wahrscheinlichkeit da, dass wir in Höhe der Vorjahresdividende gehen können", hatte er im November gesagt. Für 2015 hatte die Hannover Rück je Anteilsschein 4,75 Euro ausgezahlt, davon 1,50 Euro als Sonderdividende.

Ein Branchenexperte lobte am Morgen das starke vierte Quartal bei beiden Unternehmen. Die Überschussziele von Talanx wertete er jedoch als nicht besonders ambitioniert.

Im Kontrast zu Talanx und Hannover Rück standen die Ergebnisse des weltgrössten Rückversicherers Munich Re. Der Dax-Konzern hat 2016 nach vorläufigen Zahlen einen Gewinnrückgang um 16 Prozent verbucht und zudem die Erwartungen der Analysten verfehlt. Gestiegene Grossschäden und die Sanierung der Erstversicherungstochter Ergo belasteten das Ergebnis. Ein Gewinnziel für 2017 wollen die Münchner erst im März nennen. Analysten gehen von einem weiteren Rückgang aus./stw/das/fbr

(AWP)