Hannover Rück sieht nach Schmerzen Chancen in Personen-Rückversicherung

(Ausführliche Fassung) - Hannover Rück sieht nach schmerzhaften Belastungen in der Personen-Rückversicherung gute Chancen für steigende Gewinne. Die Aussichten für diesen Geschäftsbereich seien für die nächsten Jahre sehr gut, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin bei einer Investorenveranstaltung am Donnerstag in London. Ein operativer Gewinn (Ebit) von 400 Millionen Euro solle in dem Geschäft die Basis für weitere Steigerungen sein.
18.10.2018 18:01

Im vergangenen Jahr war der Gewinn des Segments wegen Verlusten im US-Mortalitätsgeschäft um mehr als ein Viertel auf 245 Millionen Euro eingebrochen. Das Unternehmen hat daher bei Kunden die Preise erhöht, um das Geschäft in die schwarzen Zahlen zu bringen. Einige wollen daher aus dem Verträgen aussteigen. Dies kostet den im MDax gelisteten Konzern 2018 erst einmal Geld.

Für 2018 erwartet der weltweit viertgrösste Rückversicherer dadurch aus heutiger Sicht Belastungen von insgesamt 372 Millionen US-Dollar (322 Mio Euro), wie Vorstandsmitglied Klaus Miller sagte. Der Vorstand hatte im Sommer bereits von mehr als 264 Millionen Dollar gesprochen. Finanzchef Roland Vogel rechnete damals mit 300 bis 400 Millionen Dollar. Im Extremfall könnten es sogar 500 bis 600 Millionen werden, hiess es. So oder so sollen die ständigen Verluste damit aber bald Geschichte sein.

Die problematischen Verträge stammen aus einem Bestand, den die Hannover Rück vor mehreren Jahren von dem niederländischen ING-Konzern übernommen hatte. Die Belastungen seien zwar zu verkraften, sagte Wallin. Angesichts der Überkapazitäten und des Preiskampfs in der Branche gebe es allerdings inzwischen wenig Spielraum, sich im Rückversicherungsgeschäft Fehler wie die Übernahme dieses Vertragsbestands zu leisten.

Zu den Belastungen durch Wirbelstürme und andere Katastrophen will sich Hannover Rück bei der Vorlage der Quartalszahlen am 8. November äussern. Der weltweit zweitgrösste Rückversicherer Swiss Re hatte am Morgen für das dritte Quartal allein Naturkatastrophen-Belastungen von 1,1 Milliarden US-Dollar (956 Mio Euro) gemeldet - etwa durch Hurrikan "Florence" in den USA und Taifun "Jebi" in Japan. Hinzu kamen Schäden durch Katastrophen von Menschenhand, darunter der Einsturz der Autobahnbrücke bei Genua./stw/he

(AWP)