Hannover Rück streicht wegen Krise Gewinnprognose - Dividende soll bleiben

Der weltweit drittgrösste Rückversicherer Hannover Rück zieht wegen der Corona-Pandemie sein Gewinnziel für 2020 zurück. Die zu erwartenden negativen Folgen der Krise liessen sich wegen der grossen Unsicherheiten derzeit noch nicht abschätzen, teilte das im MDax gelistete Unternehmen überraschend am Dienstagabend in Hannover mit. Vor allem bei den Kapitalanlagen und in der Schaden-Rückversicherung rechnet das Management mit erhöhten Belastungen. Noch Mitte März hatte Hannover-Rück-Chef Jean-Jacques Henchoz einen Jahresgewinn von 1,2 Milliarden Euro angepeilt.
21.04.2020 19:00

Im ersten Quartal bekam der Rückversicherer die Krise noch vergleichsweise wenig zu spüren. Auf Basis vorläufiger Zahlen rechnet der Vorstand mit einem Quartalsüberschuss von rund 300 Millionen Euro, rund zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der operative Gewinn (Ebit) dürfte hingegen von 450 Millionen auf etwa 426 Millionen Euro gesunken sein. Die Solvenzquote des Rückversicherers habe Ende März nach vorläufigen Schätzungen dennoch deutlich über dem Schwellenwert von 200 Prozent gelegen, hiess es. Zum Jahreswechsel hatte die Quote noch 251 Prozent erreicht.

An der Ausschüttung der Dividende an die Aktionäre hält das Management weiter fest. Für das Geschäftsjahr 2019 sollen sie 5,50 Euro je Aktie erhalten. Die Anteilseigner - allen voran der Mehrheitseigner Talanx (HDI) - sollen darüber bei der Hauptversammlung am 6. Mai abstimmen. An diesem Tag will die Hannover Rück auch die gesamten Zahlen zum ersten Quartal veröffentlichen./stw/jha/

(AWP)

 
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Hannover Rueck N147.20+2.65%
Talanx N31.76+2.65%

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