Hannover Rück will in Deutschland an Preisschraube drehen

BADEN (awp international) - Der weltweit viertgrösste Rückversicherer Hannover Rück will zum neuen Jahr bei seinen deutschen Kunden an der Preisschraube drehen. Nach teuren Zerstörungen durch Wintersturm "Friederike" im Januar und hohen Schäden in der deutschen Industrie-Feuer-Rückversicherung kündigte Vorstandsmitglied Michael Pickel am Montag beim Branchentreffen in Baden-Baden Preiserhöhungen für Erstversicherer an. "Vor dem Hintergrund einer höheren Anzahl von kleinen und mittleren Schäden sehen wir keinen Raum für Zugeständnisse."
22.10.2018 14:07

In der deutschen Kfz-Rückversicherung, in der die Hannover-Rück-Tochter E+S Rück Marktführer ist, erwartet der Manager Verbesserungen für den Konzern. Im Katastrophengeschäft soll das Prämienniveau in denjenigen Regionen steigen, in denen die Folgen von Sturm "Friederike" und anderen Naturereignissen teuer zu Buche schlugen. Auch in anderen Regionen erwartet Pickel mindestens stabile Preise.

In der Industrie-Feuer-Rückversicherung forderte Pickel "deutliche Konditionsverbesserungen" für den Konzern. Andernfalls werde der Rückversicherer auf Geschäft verzichten. Zuletzt hatten Brände etwa in der Lürssen-Werft in Bremen, im Europapark Rust und einer Explosion in einer Bayernoil-Raffinerie bei Ingolstadt in der Branche für hohe Schäden gesorgt. Der Mehrheitseigner der Hannover Rück, der Versicherungskonzern Talanx (HDI), erhöht in der Industrie-Feuerversicherung derzeit seine Preise bei Bestandskunden. Dadurch will er die jahrelangen Verluste in dem Geschäft beenden./stw/fba

(AWP)

 
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