'Harvey' bremst US-Automarkt - VW aber mit deutlichem Verkaufsplus

(Meldung weiter ausgebaut) - Die US-Kundschaft hält sich beim Autokauf weiter zurück - der Tropensturm "Harvey" erschwerte den Absatz im August zusätzlich. Während viele Hersteller Einbussen verkraften mussten, zählte Volkswagen zu den wenigen Ausnahmen, die deutlich zulegten. Mit 32 015 VW -Autos wurden neun Prozent mehr Neuwagen als im Vorjahreszeitraum verkauft, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.
01.09.2017 21:16

Der neue Tiguan-SUV schob laut VW den Absatz an, auch beim wichtigsten US-Modell Jetta und der Golf-Serie wurden deutliche Zuwächse verbucht. Nachdem der Abgas-Skandal den Absatz hatte einbrechen lassen, geht es wieder bergauf: Im bisherigen Jahresverlauf steht ein Verkaufsplus von 6,4 Prozent zu Buche.

DEUTLICHE ABSTRICHE BEI PORSCHE

Volkswagens Tochter Audi brachte im vergangenen Monat 2,8 Prozent mehr Autos auf die Strasse. Vor allem der neue A5 und das SUV-Modell Q7 erfreuten sich hoher Nachfrage. Der ebenfalls zum Wolfsburger Autokonzern gehörende Sportwagenbauer Porsche musste indes deutliche Abstriche machen - die Verkäufe sanken um 9,1 Prozent.

Auch die deutschen Oberklasse-Rivalen Daimler und BMW taten sich schwer. Die Verkäufe von Mercedes-Benz-Pkws gingen um 10,7 Prozent auf 25 373 Autos zurück. Auf Jahressicht hat Daimler ein Minus von 2,9 Prozent verbucht. BMW setzte 28 001 Fahrzeuge und damit 8,2 Prozent weniger Neuwagen der BMW und Mini ab. In den bisherigen acht Monaten des Jahres haben die Münchener 5,8 Prozent eingebüsst.

GEMISCHTES BILD BEI US-HERSTELLERN

Bei den grossen US-Herstellern ergab sich ein gemischtes Bild. Marktführer General Motors steigerte die Verkäufe um kräftige 7,5 Prozent. Konkurrent Ford wurde hingegen 2,1 Prozent weniger los, Fiat Chrysler sogar 11 Prozent. Zu den Gewinnern zählte auch Toyota mit einem Absatzplus von 6,8 Prozent, während die japanischen Wettbewerber Nissan und Honda zurückfielen.

Nach dem von günstigem Sprit und niedrigen Finanzierungszinsen befeuerten Absatzrekord im Vorjahr stehen die Zeichen am US-Automarkt weiter auf Abkühlung. Eigentlich hatten Experten für August dank eines Verkaufstags mehr als im Vorjahr mit dem ersten Anstieg des Jahres gerechnet. Das war jedoch bevor die Folgen des Wirbelsturms "Harvey" absehbar waren, der im Süden der USA zu Geschäftsausfällen führte. Inzwischen deutet alles auf einen weiteren Rückgang hin./hbr/DP/jha/

(AWP)