'HB': Italienischer Textildiscounter OVS eröffnet eigene Läden in Deutschland

Noch mehr Wettbewerb im Textildiscount: Der italienische Modekonzern OVS will laut einem Zeitungsbericht im Laufe des Jahres mehr als 100 Filialen seiner Modeketten Upim und OVS in Deutschland eröffnen. "Wir prüfen gerade, welche der verbliebenen deutschen Filialen der Schweizer Kette Charles Vögele wir in Läden unserer Marken umwandeln", sagte ein Sprecher des Unternehmens dem "Handelsblatt" (Montag). OVS hatte die angeschlagene Charles-Vögele-Gruppe Ende 2016 übernommen - und damit auch deren 280 Läden in Deutschland.
30.01.2017 11:49

Ursprünglich wollte das Unternehmen aus Mailand das Deutschland-Geschäft der Schweizer grösstenteils verkaufen. Dies sei aber nur teilweise gelungen, hiess es weiter. So werde die Textilkette Kik 40 bis 60 deutsche Standorte von Charles Vögele übernehmen, weitere 44 Läden gingen an Woolworth. Zudem verhandele OVS mit dem Discounter Tedi über eine grössere Zahl von Filialen. Die restlichen Standorte werde OVS notgedrungen selbst betreiben. Die beiden Modekette OVS und Upim zielen auf preiswerte Kunden ab. Dabei macht Upim der Zeitung zufolge vor allem Textilketten wie Takko und Kik Konkurrenz.

Der Textildiscount ist trotz der niedrigen Preise ein lukratives Geschäft. Während viele traditionsreiche Textilhandelsketten ums Überleben kämpfen, sichern sich Discounter wie H&M, Billiganbieter wie Primark und auf preisreduzierte Ware spezialisierte Anbieter wie TK Maxx immer grössere Marktanteile. Die grossen Billiganbieter profitieren nicht nur von ihrer Einkaufsmacht und ihrer Kapitalkraft, sondern leiden auch weniger stark unter der Online-Konkurrenz, die den "klassischen Händlern" so sehr zu schaffen macht. Die Billiganbieter verkaufen in aller Regel ausschliesslich eigene Kollektionen und müssen deshalb keine allzu grossen Preiskämpfe im Internet befürchten./mne/men/fbr

(AWP)