HeidelbergCement von höheren Energiekosten und schlechtem Wetter gebremst

(Ausführliche Fassung) - Der Baustoffkonzern HeidelbergCement hat im ersten Quartal von einer besseren Nachfrage vor allem in Nordamerika und Europa profitiert. "Wir haben unsere starke operative Entwicklung im ersten Quartal fortgesetzt und weitere Synergien realisiert", sagte Unternehmenschef Bernd Scheifele am Mittwoch vor Beginn der Hauptversammlung. Allerdings bremsten höhere Energiekosten, schlechte Wetterbedingungen und ein gestiegener Wettbewerbsdruck vor allem in Indonesien und Ghana. Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigte der HeidelbergCement-Chef.
10.05.2017 07:35

Von Januar bis März ging der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 2 Prozent auf 383 Millionen Euro zurück. Damit schnitt HeidelbergCement etwa schlechter ab als Experten erwartet hatten. Der Umsatz verharrte mit knapp 3,8 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres.

Unter dem Strich blieb ein für die Aktionäre anrechenbarer Verlust von 70 Millionen Euro. Das waren 2 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor. Allerdings ist im Vorjahresquartal der Fehlbetrag von Italcementi nicht berücksichtigt. HeidelbergCement hatte den italienischen Konkurrenten im vergangenen Jahr übernommen. Das erste Quartal ist bei Baustoffkonzernen traditionell das schwächste Jahresviertel.

Die beiden Konkurrenten LafargeHolcim und Cemex präsentierten bereits ihre Quartalszahlen. LafargeHolcim machte nach einem Vorjahresverlust im ersten Quartal wieder einen Gewinn. Während die Geschäfte in Nordamerika, Europa und Lateinamerika besser liefen, blieb es für LafargeHolcim in Indonesien und Malaysia weiterhin schwierig. Die mexikanische Cemex profitierte in den ersten drei Monaten vor allem von deutlich besser laufenden Geschäften auf dem Heimatmarkt.

Für das laufende Jahr peilt HeidelbergCement weiterhin "moderate" Zuwächse bei Umsatz und operativen Ergebnis (Ebitda) an. Moderat bedeute bei HeidelbergCement ein Anstieg zwischen 5 bis 10 Prozent, hatte Unternehmenschef Scheifele bei der Vorlage der Jahreszahlen 2016 im März erläutert. Der um Sondereffekte bereinigte Jahresüberschuss soll mehr als 10 Prozent zulegen. Dabei rechnet das Unternehmen etwa Wechselkurs- und Konsolidierungseffekte heraus. Um das vergangene mit dem laufenden Jahr vergleichbar zu machen, rechnet das Unternehmen dabei Italcementi komplett in die Bilanz des Vorjahres hinein.

Zuversichtlich zeigte sich Scheifele vor allem für das Nordamerika-Geschäft. Für die Region West- und Südeuropa rechnet das Unternehmen ebenfalls mit einer positiven Entwicklung. Dabei geht HeidelbergCement vor allem von weiterhin guten Geschäften in Grossbritannien und einer robusten Konjunktur in Deutschland aus. Eine steigende Nachfrage nach Baustoffen erwarten die Heidelberger auch in Osteuropa dank der EU-Infrastrukturprogramme. Besser sollte es auch wieder in Indonesien laufen, während die Nachfrage in China weiter zurückgehe. Die Lage in der Ukraine bleibe schwierig. HeidelbergCement beschäftigt rund 60 000 Mitarbeiter./mne/fbr

(AWP)