Heidelberger-Druck-Chef blickt wieder optimistisch in die Zukunft

(Ausführliche Fassung)
08.06.2016 10:49

HEIDELBERG (awp international) - Der Vorstandschef des angeschlagenen Maschinenbauers Heidelberger Druckmaschinen gibt sich nach Jahren der Krise wieder optimistisch. "Nun nähern wir uns einer normalen Geschäftstätigkeit an", sagte Gerold Linzbach anlässlich der Vorlage der Jahreszahlen am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Das Wichtigste ist der Perspektivenwechsel, den wir vollzogen haben: Wir fokussieren uns nicht mehr auf eine bestimmte Technologie, sondern konzentrieren uns darauf, die Kundenbedürfnisse für die nächsten Jahre vorauszusehen." Heideldruck will künftig jedes Jahr um zwei bis vier Prozent wachsen. Vorläufige Zahlen gab es bereits im Mai.

Der Konzern ist wieder in der Gewinnzone. Zunächst hatte er fünf Verlustjahre in Folge verbucht. Vor zwei Jahren gelang die schwarze Null, vergangenes Jahr vermeldete das Unternehmen wieder einen Verlust von 72 Millionen Euro. Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/2016 stieg der Überschuss um 100 Millionen Euro auf 28 Millionen Euro.

Die Wirtschaftskrise hatte die Druckmaschinenindustrie schwer gebeutelt; Heidelberger Druck kämpft seit Jahren mit den Auswirkungen. Im Zuge seiner Neuausrichtung hat der Konzern sein unbeständiges Neumaschinengeschäft zurückgefahren und den Bereich Services und Verbrauchsmaterialien ausgebaut. "Mit dieser Doppelstruktur werden wir in unserer neuen Ausrichtung viele, viele Jahre erfolgreich wirtschaften", sagte der Unternehmenschef.

Die Mitarbeiterzahl ist immer weiter geschrumpft, von einst rund 20 000 auf inzwischen 11 565. "Der Markt, den wir bis vor fünf Jahren hatten, den gibt es nicht mehr - und der wird auch so nicht zurückkommen", sagte Linzbach. "Wenn wir mit der Mitarbeiterzahl wieder wachsen und selbst wenn wir wieder auf die alte Grösse zurückkommen sollten, dann auf Grundlage eines ganz neuen Geschäftsmodells von Heidelberger Druckmaschinen."

Es werde immer wieder kurzfristig Anpassungsbedarf geben, sagte Linzbach. "Die grosse, einmalige Anpassung an das Volumen des Druckmarktes ist jedoch umgesetzt, auch mit Blick auf die Mitarbeiterzahl. In kleinem Massstab kann da aber immer wieder etwas passieren - allerdings in beide Richtungen." Das Motiv dahinter sei dann aber ein ganz anderes: "Es ist nicht mehr ein blosses Anpassen daran, was der Markt hergibt, sondern ein gezieltes Verschieben der Ressourcen an Stellen, wo wir das grösste Wachstumspotenzial sehen."/cco/DP/jha

(AWP)