Heidelberger Druck gelingt höchster Gewinn seit 2008 - Ziele erreicht

(Ausführliche Fassung) - Dem Maschinenbauer Heidelberger Druck ist dank eines Schlussspurts sein bestes Ergebnis seit Jahren gelungen. Im Geschäftsjahr bis Ende März kletterte der Überschuss um 29 Prozent auf 36 Millionen Euro und damit auf den höchsten Wert seit 2008. "Jetzt müssen wir die strategischen Weichen hin zu einem auf die Kundenbedürfnisse fokussierten digitalen Unternehmen stellen", sagte Vorstandschef Rainer Hundsdörfer bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen am Freitag in Heidelberg. So könnten Umsatz und Rentabilität auch künftig wachsen.
05.05.2017 09:47

An der Börse wurden die Nachrichten allerdings mit einem Kursrückgang quittiert. Kurz nach Handelsstart verlor die Aktie des Unternehmens 0,34 Prozent an Wert. Ein Aktienhändler erklärte dies damit, dass Anleger erst einmal die jüngsten Kursgewinne mitnehmen wollten und sich daher von ihren Papieren trennten.

Heidelberger Druck war 2009 infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise in schwere Turbulenzen geraten. Als Konsequenz stellte Heidelberger Druck sein Geschäftsmodell um: Das unbeständige Neumaschinengeschäft wurde zurückgefahren, der Bereich Services und Verbrauchsmaterialien ausgebaut. Die Zahl der Mitarbeiter sank von einst 20 000 bis Ende März auf 11 511. Nach mehreren herben Verlustjahren und der Trennung von Geschäftsteilen hatte das Unternehmen nur 2013/14 und 2015/16 unter dem Strich schwarze Zahlen erwirtschaftet. Jetzt kam ein weiteres Jahr mit Gewinn hinzu.

Dank eines starken Schlussquartals konnte der Hersteller nun auch beim Umsatz den Vorjahreswert leicht übertreffen und kam erneut auf gut 2,5 Milliarden Euro. Nach den ersten neun Monaten hatte hier noch ein Rückgang von sieben Prozent zu Buche gestanden. Die Bestelllage sieht überraschend gut aus. So wuchs der Auftragseingang um vier Prozent auf fast 2,6 Milliarden Euro.

Dass der Umsatz nicht stärker wuchs, erklärte das Management mit eigentlich geplanten, aber sich verzögernden Übernahmen. Diese peilt Heidelberger Druck nun für das neue Geschäftsjahr an. Details zur künftigen Strategie und eine Prognose für das laufende Jahr will der Vorstand bei der Bilanzvorlage am 8. Juni vorstellen.

Die stärkere Ausrichtung auf digitales Geschäft schlägt sich bereits jetzt in einer neuen Konzernstruktur nieder. Seit 1. April zeichnet die Sparte Heidelberg Digital Technology (HDT) für den Bogen-Offset-Druck, den Etikettendruck und die Druckweiterverarbeitung verantwortlich. Dort sollen Technologien für neue Geschäftsmodelle entstehen. Der Bereich Heidelberg Digital Business & Services (HDB) ist für Dienstleistungen und Verbrauchsmaterial, Gebrauchtmaschinen und digitale Drucktechniken zuständig. Das Segment Heidelberg Financial Services (HDF) bleibt in bisheriger Form bestehen./stw/nas/stb

(AWP)