Hellofresh verfehlt bei Börsengang Maximalerlös

Der Kochboxenversender Hellofresh muss bei seinem Börsengang kleinere Brötchen backen. Der am Mittwochabend verkündete Preis für die neuen Aktien liegt mit 10,25 Euro nur in der Mitte der zuvor festgelegten Spanne von 9,00 bis 11,50 Euro. Schon diese hatte bei Börsianern mit Blick auf die damit einhergehende Bewertung des Unternehmens für Enttäuschung gesorgt.
01.11.2017 20:28

Mit dem nun festgelegten Preis kann Hellofresh brutto bis zu 318 Millionen Euro erlösen. Die Marktkapitalisierung liegt bei bis zu 1,7 Milliarden Euro. In der letzten Finanzierungsrunde hatte die Bewertung einem Börsianer zufolge noch 300 Millionen Euro höher gelegen. Mit dem Erlös, der vollständig Hellofresh zufliesst, soll die weitere Expansion finanziert werden. Der erste Handelstag im regulierten Marktsegment der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) ist für den 2. November geplant.

Hellofresh gehört bis zum Abschluss des Börsengangs mehrheitlich zum Start-up-Spezialisten Rocket Internet . Dieser kann sich neben den anderen Investoren nach 90 Tagen von weiteren Papieren trennen. Das Management von Hellofresh muss mit dem Verkauf von Aktien neun Monate länger warten.

Das Unternehmen hatte Ende 2015 schon einmal versucht, an die Börse zu gehen, machte dann aber einen Rückzieher. Hellofresh wurde 2011 gegründet und lieferte mit über 2000 Mitarbeitern im zweiten Quartal insgesamt 33,7 Millionen Mahlzeiten an die etwa 1,3 Millionen aktiven Kunden aus. Der Umsatz betrug 230 Millionen Euro. Das Unternehmen schreibt dabei noch Verluste - will aber innerhalb der nächsten 15 Monate die Gewinnschwelle beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) sowie mittelfristig eine bereinigte Ebitda-Marge von 12 bis 15 Prozent erreichen./he/bgf/

(AWP)