Helvetia sieht sich für die Zukunft gerüstet und setzt auf digitale Projekte

(Mit weiteren Angaben und Zitaten ergänzt) - Die Helvetia-Gruppe sieht sich für die Zukunft gut positioniert und will im Rahmen der Strategie "helvetia 20.20" unter anderem die Chancen nutzen, die sich in der digitalen Welt bieten. An den mit Blick auf 2020 formulierten Finanzzielen hält der Versicherer fest.
08.06.2017 08:19

"Helvetia ist sehr gut aufgestellt und hat eine starke Basis für die Weiterentwicklung", wird CEO Philipp Gmür in der Mitteilung vom Donnerstag im Vorfeld des Capital Markets Day zitiert. "Mit der Umsetzung unserer Strategie helvetia 20.20 sind wir bereits sehr gut unterwegs.".

Im Strategieprogramm verfolge Helvetia zwei Stossrichtungen: Einerseits soll das bisherige Versicherungsgeschäft weiterentwickelt werden, um es effizienter zu machen. Andererseits werde man mit neuen Geschäftsmodellen zusätzliche Ertragsquellen erschliessen.

BESTEHENDES GESCHÄFT OPTIMIEREN

Das bestehende Nichtlebengeschäft erziele beständig gute technische Ergebnisse, so die Mitteilung. Und im Lebengeschäft habe man im herausfordernden Tiefzinsumfeld die traditionellen Lebensversicherungsprodukte überarbeitet und an das Marktumfeld angepasst, während kapitalschonende Angebote weiter forciert worden seien.

Optimierungspotenzial ergebe sich etwa durch Automatisierung oder die Vereinfachung von Prozessen. Helvetia will zudem das Kundenerlebnis verbessern. Ansätze dazu böten das Churn Management, das die Abwanderung von Kunden zur Konkurrenz verhindern soll. Weiter zählt Helvetia das Cross- und Up-Selling mittels Datenanalyse, die digitale Kundenberatung oder die Verlängerung von Standardverträgen mittels SMS-Chatbot auf.

MODERNE ANSÄTZE

Als Beispiele für moderne Geschäftsmodelle nennt der Versicherer den Schweizer Direkt-Versicherer smile.direct oder die im Dezember 2016 erworbene Mehrheitsbeteiligung am Hypothekenvermittler MoneyPark. Mit dem Aufbau von sogenannten Eco-Systemen will Helvetia ebenfalls neue Ertragsquellen erschliessen.

Als erstes solches Eco-System stehe "Home" im Vordergrund, erklärt Helvetia. Gemeinsam mit MoneyPark würden hier die Bedürfnisse der Kunden rund um das Thema "Wohnen" bedient. Unterstützung biete dabei der Helvetia Venture Fund und das Helvetia Innovation Lab am Institut für Technologiemanagement der Uni St.Gallen, wo neue Versicherungsmodelle erforscht werden.

WACHSTUM IN EUROPA

"Mit den Segmenten Schweiz, Europa und Specialty Markets ist Helvetia gut diversifiziert", erklärt Philipp Gmür. Derzeit arbeite die Gruppe an weiteren Wachstumsinitiativen in Europa und in den Specialty Marktes.

Dabei will Helvetia das Geschäftsvolumen bis 2020 in den Bereich von 10 Mrd CHF steigern, wie die Verantwortlichen bereits an der Bilanzmedienkonferenz im März verlauten liessen. Im Jahr 2016 lag das Volumen bei 8,5 Mrd.

Weiter orientiert sich Helvetia am EK-Renditeziel von 8-11% oder der Ambition, in der Nichtlebenversicherung die Combined Ratio unterhalb der 93%-Marke zu halten. Mit dem Swiss Solvency Test wird derweil ein Ratio im Bereich von 140 bis 180% angepeilt, was 2016 auch erreicht wurde.

mk/cp

(AWP)