Helvetia steigert den Gewinn und die Dividende - Mit Strategieprogramm auf Kurs

(Meldung mit weiteren Angaben ergänzt) - Helvetia hat im Geschäftsjahr 2016 den Gewinn und das um Integrationseffekte bereinigte Ergebnis gesteigert und ist im Volumen weiter gewachsen. Die Versicherungsgruppe will weiter profitabel wachsen und setzt dabei unter anderem auch auf digitale Angebote. Die Aktionäre kommen derweil in den Genuss einer deutlich höheren Dividende.
13.03.2017 08:44

Der Gewinn nach IFRS-Rechnungslegung, der auch Sondereffekte aus der Integration der übernommenen Nationale Suisse und Basler Österreich beinhaltet, belief sich auf 377 Mio CHF nach 310 Mio im Jahr davor, wie Helvetia am Montag schreibt. Analysten hatten den IFRS-Gewinn bei 393 Mio gesehen.

SYNERGIEN AUS ÜBERNAHMEN

Aus der fast vollständig abgeschlossenen Integration von Nationale Suisse und Basler Österreich will Helvetia bis Ende 2017 Synergien in der Höhe von über 130 Mio CHF vor Steuern generieren. Davon seien bis 2016 bereits 118 Mio (bis 2015: 45 Mio) erreicht worden, heisst es weiter. Die Integrationskosten wurden auf 160-200 Mio budgetiert, wobei bis Ende des vergangenen Jahres mit 217 Mio etwas mehr angefallen sind.

Das operative Ergebnis aus den Geschäftstätigkeiten (nach Steuern), welches die Versicherungsgruppe aufgrund von Verzerrungen des IFRS-Gewinns durch Akquisitionseffekte in den Fokus stellt, erhöhte sich um 12% auf 492 Mio CHF. Deutlich geringer fiel die Belastung aus dem Teil Übrige Tätigkeiten aus, wo sich der Fehlbetrag nur noch auf 22,2 Mio belief, nach einem Minus von 68,5 Mio im Vorjahr. Grund dafür sei das deutlich bessere technische Ergebnis der Gruppenrückversicherung.

Der seit Sommer neu amtierende CEO Philipp Gmür zeigte sich mit Blick auf die Geschäftsentwicklung zufrieden. "Positiv ist auch, dass die Integration von Nationale Suisse zügig und erfolgreich vorangetrieben worden ist und wir mit der Umsetzung unserer neuen Strategie sehr gut auf Kurs sind", wird Gmür zitiert.

SOLIDES NICHTLEBENGESCHÄFT

Einen soliden Beitrag zur Ergebnisentwicklung lieferte das Nichtlebengeschäft, wo der Gewinn um 2,6% auf 340,5 Mio angestiegen ist. Die Combined Ratio verbesserte sich leicht um 0,5 Prozentpunkte auf 91,6%. Dabei habe sich der Schadensatz positiv entwickelt, während sich der Kostensatz dank Synergien verbesserte.

Im Lebengeschäft ging das Ergebnis leicht auf 173,7 Mio CHF zurück. Während die Senkung des gesetzlichen Mindestzinssatzes im BVG-Geschäft oder der grössere Absatz moderner und weniger kapitalintensiver Produkte positiv auswirkte, belasteten zinsbedingte Nachreservierungen vor allem in der Schweiz und Deutschland das Ergebnis.

PROFITABLES WACHSTUM

Das Geschäftsvolumen legte um 3,4% auf 8,51 Mrd zu (+2,6% in LW), wie die Helvetia am Montag mitteilt. Im Heimmarkt Schweiz kletterte das Volumen um 3,1% auf 5,11 Mrd in die Höhe, das Nischengeschäft Specialty Markets um 13% auf 0,77 Mrd, wogegen Europa sanierungsbedingt um 1,2% auf 2,64 Mrd zurückging.

Bis 2020 soll das Volumen in den Bereich von 10 Mrd CHF geführt werden. Wachsen will Helvetia etwa im Hypotheken- oder auch im KMU-Geschäft, wobei man sich viel von neuen Online-Angeboten sowie von der Entwicklung des bestehenden Online-Direktversicherers smile.direct verspricht.

HÖHERE DIVIDENDE

In der Bilanz steht das Eigenkapital Ende 2016 bei 4,81 Mrd CHF, nach 4,66 Mrd Ende 2015. Dabei liegt die Eigenkapitalrendite mit 9,7% (VJ 8,9%) weiterhin gut im Bereich angestrebten Bandbreite von 8-11% und die SST-Quote im Zielbereich von 140-180%. Auf den knapp 50 Mrd schweren Kapitalanlagen erzielte Helvetia eine Performance von 2,5%, was angesichts der tiefen Zinsen und durchzogenen Aktienmarktentwicklung ein "gutes Ergebnis" sei.

Den Aktionären schlägt der Verwaltungsrat eine auf 21 von 19 CHF je Aktie erhöhte Dividende zur Ausschüttung vor. Analysten hatten im Durchschnitt eine solche von 20,29 CHF erwartet.

An der kommenden GV wird sich zudem Herbert Scheidt nicht mehr zur Wahl stellen. Der Präsident der Bank Vontobel möchte sich auf das 2016 übernommene Präsidium der Schweizerischen Bankiervereinigung konzentrieren.

mk/ra

(AWP)