Hilti krönt Jubiläumsjahr mit Rekordgewinn

(Meldung nach BMK ausgebaut) - Der Liechtensteiner Baugerätekonzern Hilti hat sein 75. Jubiläumsjahr mit einem Rekordgewinn gekrönt. Und die Rekordjagd soll weitergehen. Bis 2018 will Hilti die Umsatzmarke von 5 Mrd CHF knacken.
10.03.2017 13:50

"Dies werden wir in diesem Jahr wahrscheinlich noch nicht ganz schaffen", sagte Konzernchef Christoph Loos am Freitag am Rande der Bilanzmedienkonferenz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Aber immerhin werde man dieses Jahr garantiert den Umsatzrekord von 4,7 Mrd CHF aus dem Jahre 2008 brechen.

"Wir glauben, dass wir das Momentum im laufenden Jahr fortsetzen." Hilti rechne mit einem Umsatzwachstum von 6 bis 8% in Lokalwährungen.

GLÜCKLICH ÜBER REKORDGEWINN

"Mit 2016 sind wir happy", sagte Loos. Der Umsatz kletterte um 5,7% auf 4,6 Mrd CHF. Zum ersten Mal seit vielen Jahren habe Hilti von einer leichten Abschwächung des Schweizer Frankens profitiert.

Der Betriebsgewinn verbesserte sich um 10% auf 604 Mio CHF. "Wir hatten noch nie in der 75-jährigen Geschichte von Hilti über 600 Mio", sagte Loos.

Unter dem Strich kletterte der Reingewinn gar um 17% auf 481 Mio CHF. Auch das sei der höchste Wert überhaupt. Damit wurde der bisherige Rekordgewinn von 426 Mio aus dem Jahr 2014 noch einmal deutlich übertroffen.

Hilti sei stärker gewachsen als viele Konkurrenten, sagte Verwaltungsratspräsident Pius Baschera auf seiner letzten Bilanzmedienkonferenz nach 27 Jahren. Baschera gibt sein Präsidentenamt im Frühling an den ehemaligen Saurer-Chef Heinrich Fischer ab, bleibt aber im Verwaltungsrat von Hilti.

1200 NEUE STELLEN

Im 2016 habe der Hersteller der legendären roten Bohrmaschine Marktanteile gewonnen. "Wir haben von den hohen Investitionen der letzten Jahre in neue Produkte, Serviceleistungen und Software profitiert", sagte Baschera.

So habe Hilti neben der Vertriebsmannschaft die Feldtechniker aufgestockt, die mit Planungsbüros zusammenarbeiten würden und damit sicherstellten, dass die Hilti-Produkte bereits in der Planungsphase lange vor Baubeginn berücksichtigt würden.

Der Konzern hat im vergangenen Jahr über 1200 weitere Stellen geschaffen und damit den Personalbestand auf 24'600 erhöht. Man habe die Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich gesteigert.

Auch im laufenden Jahr werde Hilti erneut kräftig Leute einstellen, sagte Loos vor den Medien: "Wir wollen die Wachstumsmaschine am Laufen halten." Der Mitarbeiterbestand dürfte nochmals um etwa 5% zunehmen.

USA ALS WACHSTUMSLOKOMOTIVE

In den Weltregionen sei die Dynamik sehr unterschiedlich gewesen. "Nordamerika war zum dritten Mal in Folge für uns die Wachstumslokomotive", sagte Loos. "Nachdem wir im letzten Jahr das erste Mal in unserer Geschichte die Umsatzmarke von 1 Mrd CHF durchbrochen hatten, sind wir erneut zweistellig gewachsen", wenn man den Firmenverkauf herausrechne.

Und nun regiert der neue US-Präsident Donald Trump, der ein gewaltiges Infrastrukturprogramm angekündigt hat. "Wenn nur ein Teil von Trumps Programm kommt, dann werden wir ein weiteres gutes Jahr in Nordamerika haben", sagte der Hilti-Chef.

"Die Entwicklung in Europa war sehr erfreulich", sagte Loos. Hier konnte Hilti den Umsatz um 6,8% auf 2,2 Mrd CHF steigern. Besonders gut liefen die Geschäfte in Skandinavien und England trotz des Brexit-Entscheids.

ABSTURZ IN SAUDIARABIEN

"Ein etwas schwächeres Wachstum hatten wir letztes Jahr in den Schwellenländern, wo wir ein gemischtes Bild hatten. Wir hatten eine sehr schöne Entwicklung in den Golfstaaten und einigen asiatischen Staaten. Aber wir hatten auch Schwierigkeiten in Saudi-Arabien, in ganz Lateinamerika und sechs asiatischen Staaten", sagte Loos.

In Saudi-Arabien sei der Umsatz von Hilti um fast 30% eingebrochen, der Gewinn noch mehr, sagte Loos gegenüber der sda. Nach dem Königswechsel seien die staatlichen Ausgaben in den Baumarkt praktisch gestoppt worden, die die Hälfte aller Bauprojekte in dem Land finanzieren.

Das Königshaus zahle aber seit über einem Jahr fast keine Rechnungen mehr, was viele Baufirmen in Schwierigkeiten gebracht habe, sagte Loos. Die Talfahrt sei noch nicht zu Ende. "Aber wir glauben, dass es 2017 nicht mehr so schlimm wird wie im letzten Jahr."

ra/

(AWP)