Hohe Schulden, starke Konkurrenz im Internet: Toys 'R' Us ist insolvent

Der US-Spielzeughändler Toys 'R' Us ist unter der Schuldenlast der schon viele Jahre zurückliegenden Übernahme durch Finanzinvestoren sowie der immer stärker werdenden Konkurrenz von Online-Anbietern zusammengebrochen. Das Unternehmen, dessen Ursprünge bis 1948 zurückreichen, stellte am späten Montagabend bei einem Gericht in Richmond Antrag auf Gläubigerschutz. Toys 'R' Us hat rund 875 US-Filialen und über 1600 weltweit.
19.09.2017 07:29

Das 2005 von Investoren um Bain und KKR übernommene Unternehmen ist damit ein weiterer herkömmlicher US-Einzelhändler, der dem Druck von Amazon & Co nicht standhalten kann. Alleine in diesem Jahr haben bereits mehr als ein Dutzend amerikanische Ketten wie Payless, Gymboree oder Perfumania Gläubigerschutz beantragt.

Dies bedeutet allerdings nicht automatisch Ende für das Unternehmen. Viele Einzelhändler versuchen im Insolvenzverfahren, ihre unrentablen Läden zu schliessen und das Online-Geschäft auszubauen. Auch im Falle von Toys 'R' Us laufen die Geschäfte erst einmal weiter, die Kredite werden aber zunächst nicht mehr bedient. Die Finanzinvestoren hatten die Kette für 7,5 Milliarden Dollar gekauft und wie in derartigen Transaktionen üblich dem Unternehmen die Schulden aufgebürdet.

Über das Insolvenzverfahren von Toys 'R' Us war bereits am Montag in Medienberichten spekuliert worden. Die drohende Umschuldung der Kette vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft sorgte auch am Aktienmarkt für Unruhe: Die Kurse der grössten US-Spielzeughersteller Hasbro und Mattel fielen. Die beiden Konzerne sollen wegen Befürchtungen, der Geschäftspartner könne seine Rechnungen nicht mehr begleichen, bereits Lieferungen eingeschränkt haben./zb/das

(AWP)