HSBC Schweiz erneut mit Vorsteuerverlust

Die britische Grossbank HSBC hat in der Schweiz im vergangenen Geschäftsjahr 2018 erneut rote Zahlen geschrieben. Das Minus belief sich auf 77 Millionen nach 184 Millionen US-Dollar im Vorjahr, wie dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht zu entnehmen ist.
19.02.2019 14:52

Rund 100 Millionen Dollar (VJ 192 Mio) betrug das Minus in der Sparte Global Private Banking, während das Corporate Center ein Plus von 20 Millionen erzielte. Im Commercial Banking resultierte ein kleiner Gewinn von 5 Millionen US-Dollar. Die Vermögen von Kunden in der Schweiz lagen Ende 2018 bei 6,32 Milliarden Franken, was einem Minus von gut 20 Prozent entspricht gegenüber Ende 2017.

Die Genfer Tochter HSBC Private Bank (Suisse) sieht sich weiterhin diversen Rechtsfällen gegenüber. Schwierig wurde es für die Bank insbesondere nach dem Datendiebstahl von Hervé Falciani. Der französisch-italienische Doppelbürger war bei HSBC in Genf als Informatiker angestellt und hatte in den Jahren 2006 und 2007 Daten von rund 15'000 Kunden gestohlen. Die Behörden von Frankreich hatten 2014 aufgrund dieser Daten eine formelle Untersuchung gegen HSBC eingeleitet. Im November 2017 einigte sich die Bank auf eine Strafzahlung von 300 Millionen Euro.

Die Bank sieht sich aber auch über den Fall Falciani hinaus weiter mit verschiedenen Streitigkeiten konfrontiert. Im noch ungelösten Steuerstreit mit den USA etwa ist die Bank in der sogenannten Kategorie 1 eingeteilt. Nach den turbulenten Jahren hat sich die Gruppe auf bestimmte Länder und sehr vermögende Kunden (High-Net-Worth- und Ultra-High-Net-Worth Individuals) konzentriert.

Die HSBC-Gruppe hat im abgelaufenen Jahr ihren Konzerngewinn um mehr als ein Viertel auf rund 15 Milliarden US-Dollar gesteigert. Insgesamt lagen die Kundenvermögen Ende Jahr bei 1'363 Milliarden US-Dollar.

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(AWP)