HSBC Schweiz mit Vorsteuerverlust von 491 Mio USD - IT-Kosten und Rechtsfälle

Die Schweizer Tochter der britischen HSBC hat im Jahr 2016 einen Vorsteuerverlust von 491 Mio USD erlitten, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr (216 Mio USD). Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der britischen Grossbank hervor. Nachdem die in Genf und Zürich vertretene Schweizer Einheit ihre Aktivitäten neu positioniert hat, soll 2017 eine klare Verbesserung der Zahlen resultieren.
21.02.2017 15:49

Im Einzelnen hat die Vermögensverwalterin HSBC Private Bank (Suisse) im Jahr 2016 wegen einer seit mehreren Jahren laufenden Reorganisation einen Vorsteuerverlust von 493 Mio USD (VJ 267 Mio) erlitten. Für die Schweizer Geschäftsbank resultierte dagegen ein um 13% höherer Vorsteuergewinn von 9 Mio USD. Im Corporate Center verbuchte die HSBC Schweiz ein Minus von 7 Mio USD (VJ +43 Mio).

Die HSBC Private Bank (Suisse) will sich künftig noch auf 20 "Schlüsselmärkte" beschränken, nachdem zuvor rund 150 Länder bedient wurden. So will sie sich auf den Mittleren Osten, Europa und die Schweiz konzentrieren und in diesen Märkten eine "kritische Masse" erreichen. Zudem will die Vermögensverwalterin nur noch Kunden ab einem Anlagebetrag von 5 Mio USD annehmen.

Der starke Anstieg des Verlusts im 2016 bei der Vermögensverwalterin erklärt sich unter anderem durch eine hohe Investition für die Installation der Bankensoftware Avaloq und die Anstellung von zusätzlichem Personal im "Front Office". Allerdings lasteten auch Rückstellungen für Rechtsfälle auf den Ergebnissen. Die HSBC Private Bank (Suisse) erwartet weiterhin den Abschluss des Steuerstreits mit den USA, wo sie zu der Gruppe des sogenannten "Kategorie 1-Banken" gehört, gegen die wegen unversteuerten US-Kundenvermögen ein Verfahren läuft.

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(AWP)