Huber+Suhner stagniert im dritten Quartal und reduziert Margen-Prognose leicht

(Ausführliche Fassung)
25.10.2016 08:55

Herisau (awp) - Huber+Suhner verzeichnet nach neun Monaten ein gutes Wachstum sowohl beim Umsatz als auch beim Auftragseingang. Dies allerdings vor allem dank dem ersten Semester, denn im dritten Quartal stagnierte die Umsatzentwicklung, während sich das Wachstum bei den Bestellungen klar verlangsamte. Für das vierte Quartal zeigt sich das Unternehmen allerdings bereits wieder zuversichtlicher, reduziert aber dennoch die Margenprognose für das Gesamtjahr leicht.

In den ersten neun Monaten 2016 steigerte Huber+Suhner den Umsatz um 5% auf 558,8 Mio CHF und den Auftragseingang um 7% auf 567,8 Mio CHF. Bereinigt um Währungs- und Kupferpreis-Einflüsse sowie um Portfolioeffekte, also organisch, lag das Umsatzwachstum bei 4,4%, wie das in der elektrischen und optischen Verbindungstechnik tätige Unternehmen am Dienstag mitteilt. Damit wurden die Erwartungen der Analysten allerdings nicht erfüllt, welche mit einem stärkeren dritten Quartal gerechnet hatten.

In diesem dritten Quartal habe das Geschäftsvolumen etwas unter dem Durchschnitt des ersten Halbjahres gelegen, schreibt Huber+Suhner. So reduzierte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,4% auf 177,6 Mio CHF, während der Bestellungseingang um 2,6% auf 179,4 Mio anzog. Letzterer blieb zwar im Plus, gegenüber dem ersten Semester mit einem Plus von 9% hat sich das Wachstumstempo aber klar verlangsamt.

TELEKOM-ROLLOUTS VORÜBERGEHEND UNTERBROCHEN

Neben saisonalen Effekten seien vor allem zwei Faktoren dafür verantwortlich gewesen. Einerseits seien die Rollouts in der Telekom-Infrastruktur, welche im ersten Semester ein wichtiger Wachstumsfaktor gewesen seien, im dritten Quartal unterbrochen worden, was im Kommunikationsmarkt vorübergehend zu einem tieferen Volumen geführt habe. Andererseits habe sich die Situation im Bahnmarkt weiterhin verhalten präsentiert, denn die erwarteten Aufträge in China verzögerten sich weiter. Das Unternehmen geht indes davon aus, dass die Umsetzung der Grossprojekte im Telekomsektor im vierten Quartal wieder aufgenommen werden dürfte und auch die Signale aus dem Bahnmarkt deuten auf eine Belebung im vierten Quartal.

Nach wie vor auf hohem Niveau habe sich das Geschäftsvolumen der in den letzten Jahren akquirierten Geschäftseinheiten Astrolab und Cube Optics bewegt. Die jüngste Akquisition Polatis, die im Bereich "Optical Switching" tätig ist, verzeichnete deutlich steigende Auftragseingänge und konnte Referenzaufträge bei potenziellen Grosskunden gewinnen. Damit habe sich der wachsende Bedarf in den Zielmärkten bestätigt. Huber+Suhner legt denn auch das Augenmerk in den kommenden Monaten auf den Ausbau der Produktionskapazitäten bei Polatis.

Von den drei Geschäftsbereichen wiesen Hochfrequenz und Fiberoptik auf neun Monate gesehen mit Wachstumsraten von 13% bzw. 17% für den Auftragseingang und von 4% und 9% beim Umsatz eine klar positive Tendenz auf. Verhalten war die Entwicklung dagegen im Bereich Niederfrequenz, wo sich ein Umsatzminus von 1% ergab sowie ein Einbruch der Bestellungen um 11%.

INVESTITIONEN IN AUSBAU

Die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr werden nur mit Blick auf den Umsatz bestätigt. So soll dieser wie im August in Aussicht gestellt um rund 5% über dem Vorjahreswert ausfallen. Die Betriebsgewinnmarge dürfte dagegen am oberen Ende des mittelfristigen Zielbandes von 6 bis 9% ausfallen, nachdem zuvor noch eine solche von leicht über 9% prognostiziert worden war.

Das anhaltend tiefe Volumen im Bahnmarkt sowie die Vorinvestitionen für den Ausbau der Produktionskapazitäten des Ende Mai übernommenen US-Unternehmens Polatis dürften die Ertragssituation im zweiten Semester "vorübergehend etwas dämpfen", hiess es dazu. In den Prognosen sind Projektverzögerungen in Indien und China berücksichtigt.

cf/ys

(AWP)