Huber+Suhner stagniert im dritten Quartal und reduziert Margen-Prognose leicht

(Zusammenfassung)
25.10.2016 11:57

Herisau (awp) - Huber+Suhner verzeichnet nach neun Monaten ein gutes Wachstum sowohl beim Umsatz als auch beim Auftragseingang. Nun sind aber am sonst klaren Himmel Wolken aufgezogen, denn im dritten Quartal stagnierte die Umsatzentwicklung, während sich das Wachstum bei den Bestellungen klar verlangsamte. Geht es nach Huber+Suhner, ist die Eintrübung aber nur vorübergehend, denn für das vierte Quartal zeigt sich das Unternehmen bereits wieder zuversichtlicher. Die Prognosen für das Gesamtjahr werden dennoch leicht reduziert.

In den ersten neun Monaten 2016 steigerte Huber+Suhner den Umsatz um 5% auf 558,8 Mio CHF und den Auftragseingang um 7% auf 567,8 Mio CHF. Bereinigt um Währungs- und Kupferpreis-Einflüsse sowie um Portfolioeffekte, also organisch, lag das Umsatzwachstum bei 4,4%, wie das in der elektrischen und optischen Verbindungstechnik tätige Unternehmen am Dienstag mitteilt. Damit wurden die Erwartungen der Analysten allerdings nicht erfüllt, welche mit einem stärkeren dritten Quartal gerechnet hatten.

In diesem dritten Quartal habe das Geschäftsvolumen etwas unter dem Durchschnitt des ersten Halbjahres gelegen, schreibt Huber+Suhner. So reduzierte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,4% auf 177,6 Mio CHF, während der Bestellungseingang um 2,6% auf 179,4 Mio anzog. Letzterer blieb damit zwar im Plus, gegenüber dem ersten Semester mit einem Plus von 9% hat sich das Wachstumstempo aber klar verlangsamt.

TELEKOM-ROLLOUTS VORÜBERGEHEND UNTERBROCHEN

Neben saisonalen Effekten seien vor allem zwei Faktoren für das schwächere Quartal verantwortlich gewesen. Einerseits seien die Rollouts in der Telekom-Infrastruktur, welche im ersten Semester ein wichtiger Wachstumsfaktor gewesen seien, im dritten Quartal unterbrochen worden. Andererseits habe sich die Situation im Bahnmarkt weiterhin verhalten präsentiert, denn die erwarteten Aufträge in China verzögerten sich weiter.

Nach wie vor auf hohem Niveau habe sich dagegen das Geschäftsvolumen der in den letzten Jahren akquirierten Geschäftseinheiten Astrolab und Cube Optics bewegt. Die jüngste Akquisition Polatis, die im Bereich "Optical Switching" tätig ist, verzeichnete deutlich steigende Auftragseingänge und gewann Referenzaufträge bei potenziellen Grosskunden. Huber+Suhner legt denn auch das Augenmerk in den kommenden Monaten auf den Ausbau der Produktionskapazitäten bei Polatis.

INVESTITIONEN IN AUSBAU

Die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr wurden leicht angepasst. So soll der Umsatz im Gesamtjahr um "rund" 5% zulegen, während im vergangenen August noch von "mindestens" 5% die Rede war. Die Betriebsgewinnmarge dürfte am oberen Ende des mittelfristigen Zielbandes von 6 bis 9% ausfallen, nachdem zuvor noch eine solche von leicht über 9% prognostiziert worden war. Das anhaltend tiefe Volumen im Bahnmarkt sowie die Vorinvestitionen für den Ausbau der Produktionskapazitäten des Ende Mai übernommenen US-Unternehmens Polatis dürften die Ertragssituation im zweiten Semester "vorübergehend etwas dämpfen", hiess es dazu. In den Prognosen sind Projektverzögerungen in Indien und China berücksichtigt.

Huber+Suhner zeigt sich vom stagnierenden Umsatz im dritten Quartal nicht überrascht. "Ein etwas schwächeres drittes Quartal habe ich bereits an der Halbjahresmedienkonferenz angetönt. Der Unterbruch der LTE-Rollouts in Indien ist keine Überraschung, allerdings dauert er länger als erwartet", sagte CEO Urs Kaufmann am Dienstag auf schriftliche Anfrage von AWP.

Auf die Frage, woher er die Zuversicht für ein wieder besseres viertes Quartal nehme, sagte Kaufmann: "Positive Signale aus dem chinesischen Markt lassen uns erwarten, dass im Lauf des vierten Quartals wieder Bahnaufträge vergeben werden und wir rechnen auch mit der Wiederaufnahme der LTE-Rollouts in Indien."

An der Börse geben die Aktien gegen 11.00 Uhr mit einem Minus von 5,8% allerdings markant nach.

cf/

(AWP)