Hügli wächst im ersten Halbjahr nur dank Währungen - Ausblick gesenkt

Steinach (awp) - Hügli ist im ersten Semester des laufenden Geschäftsjahres 2016 leicht gewachsen und hat dabei praktisch gleich viel verdient wie im Jahr davor. Der Umsatz stieg um 1,7% auf 190,1 Mio CHF. Organisch musste der Ostschweizer Nahrungsmittel-Hersteller allerdings einen Rückgang um 1,6% hinnehmen. Das Umsatzwachstum gelang somit nur dank höherer Fremdwährungskurse.
19.08.2016 08:29

Makroökonomische Unsicherheiten, ein verschärfter Wettbewerb und Veränderungen in den Vertriebsstrukturen hätten das erste Halbjahr 2016 belastet, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag.

Besonders erfreulich entwickelte sich den Angaben zufolge das Segment Osteuropa (Tschechien, Slowakei, Polen, Ungarn), in welchem ein von allen Divisionen getragenes Umsatzwachstum in Lokalwährungen von 9,1% erzielt worden sei. Einen förmlichen Umsatzschub im zweistelligen Bereich habe die Ländergesellschaft in Italien aufgrund der starken Nachfrage nach Flüssigsaucen und -suppen erzielt.

Andererseits seien in Grossbritannien die Bestellungen von einigen Grosskunden rückläufig, womit das Vorjahresumsatzniveau nicht mehr erreicht worden sei. Auch habe die Frankenstärke in der Gastronomie nachgewirkt und zu einem weiteren Umsatzrückgang in der Schweiz geführt. Unerwartet stark gewesen sei zudem der Umsatzrückgang von 5,3% im grössten Ländersegment Deutschland.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA legte um 3,3% auf 23,4 Mio CHF zu, auf Stufe EBIT waren es noch +0,9% auf 16,4 Mio CHF. Die Margen erreichten damit 12,3% nach 12,1% bzw. unverändert 8,7%. Unter dem Strich stieg der Halbjahresgewinn um 1,0% auf 12,0 Mio CHF.

Die vorgelegten Zahlen lagen etwas unter den Erwartungen. Die Banken Vontobel und ZKB hatten im Vorfeld für den Umsatz 193,0/192,7 Mio, für den EBIT je 17,0 und für den Reingewinn 12,3/12,5 Mio CHF geschätzt.

SEHR VORSICHTIG FÜR ZWEITES SEMESTER

Für den weiteren Jahresverlauf gibt sich Hügli sehr vorsichtig. Man rechne im zweiten Semester mit einer vergleichbaren Umsatzentwicklung in Lokalwährungen wie im ersten Halbjahr, wobei die makroökonomischen und politischen Unsicherheiten die Nachfrage der Kunden eher noch dämpfen könnten, heisst es. Entsprechend sei ein Umsatz 2016 im Rahmen des Vorjahres zu erwarten.

Zur Sicherung des langfristigen Wachstums und zur Optimierung der Geschäftsprozesse würden trotz Wachstumsdelle alle Projekte weitergeführt und einige neu gestartet. Entsprechend rechnet das Unternehmen im zweiten Halbjahr mit leicht steigenden Kosten und somit einem Betriebsergebnis (EBIT) 2016 leicht unter Vorjahr.

Diese Prognose ist etwas tiefer als die alte. Bisher ging Hügli von einem moderaten organischen Wachstum (Grössenordnung 2-3%) sowie einem zum Umsatz leicht überproportionalen EBIT-Anstieg bzw. einer höheren EBIT-Marge aus.

uh/tp

(AWP)