Hypovereinsbank schiebt 3 Milliarden Euro zur Mutter Unicredit

Die in Schwierigkeiten steckende italienische Grossbank Unicredit zapft ihre deutsche Tochter Hypovereinsbank an. Wie aus einer Mitteilung der Italiener vom Montag hervorgeht, sollen die Münchener eine Sonderdividende von 3 Milliarden nach Mailand überweisen. Die Zahlung solle gemeinsam mit der regulären Gewinnausschüttung im Juni nach der Hauptversammlung erfolgen, teilte Unicredit auf Anfrage mit.
30.01.2017 17:05

Unicredit ächzt angesichts der Wirtschaftsschwäche in Italien unter einem Berg fauler Kredite und will sich über eine Kapitalerhöhung 13 Milliarden Euro an frischem Geld besorgen. Die 2005 übernommene Hypovereinsbank (HVB) gilt dagegen als überdurchschnittlich gut kapitalisiert. Die "starke Kapital- und Liquiditätsausstattung" der Hypovereinsbank werde erhalten bleiben, versicherten die Italiener.

Die Sonderdividende von 3 Milliarden Euro war eigentlich schon Mitte Dezember von der Unicredit bekanntgegeben worden, als sie ihren Sanierungsplan verkündet hatte. Damals war dieser Fakt aber untergegangen.

Die Unicredit versucht mit einem Konzernumbau, wieder auf die Beine zu kommen. 6500 Stellen fallen in der neuesten Sparrunde weg, davon alleine 1500 bei der Hypovereinsbank. Bereits Ende 2015 hatten die Münchener den Abbau von 1200 Jobs angekündigt. Der seit Juli amtierende Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier verkauft darüber hinaus Tochtergesellschaften und Beteiligungen, um Geld in die Kasse zu bekommen./das/he

(AWP)