Idorsia im Q3 erwartungsgemäss mit Verlust - Gesenkte Prognose für Aufwand 2017

(Zusammenfassung) - Das im Sommer 2017 neu gestartete Pharmaunternehmen Idorsia weist für das dritte Quartal 2017 erwartungsgemäss einen hohen Verlust aus. Die Guidance für den Betriebsaufwand im Gesamtjahr 2017 hat Idorsia allerdings etwas nach unten korrigiert. Mit der Medikamenten-Pipeline zeigen sich die Verantwortlichen zufrieden: Sie erwarten, demnächst mehrere Wirkstoffe in die späte Phase III überführen zu können.
24.10.2017 11:59

Für die drei Monate Juli bis September resultierte ein Reinverlust von 62 Mio CHF (Non-GAAP), der Non-GAAP-Verlust belief sich auf 71 Mio CHF, wie das aus der Actelion-Forschung hervorgegangene Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die Entflechtung schreite mit Unterstützung der Actelion-Besitzerin Johnson&Johnson (J&J) voran, sagte Idorsia-CEO Jean-Paul Clozel im Gespräch mit AWP: "2018 werden wir vollständig separiert sein."

GUDANCE GESENKT

Der Betriebsverlust (Non-GAAP) im dritten Quartal belief sich auf 61 Mio CHF. Dabei betrugen die Forschungs- und Entwicklungsausgaben insgesamt 50 Mio CHF, während sich der Aufwand für allgemeine Kosten und Administration auf 11 Mio CHF belief. Einnahmen kann das Jungunternehmen, das mehr als 600 ehemalige Actelion-Mitarbeitende beschäftigt, noch nicht vorweisen.

Für das Gesamtjahr 2017 erwarten die Idorsia-Verantwortlichen nun einen Betriebsaufwand von 160 bis 170 Mio CHF, bisher hatte die entsprechende Guidance auf 180 bis 190 Mio CHF gelautet. Einer der Hauptgründe für die Korrektur der Guidance sei die mittlerweile bessere Visibilität bezüglich der Separierung von Actelion, sagte Finanzchef André Muller.

Für die gesamte bisherige Geschäftstätigkeit, d.h. für die Periode vom 15. Juni bis Ende September, resultierte unter dem Strich ein Reinverlust von 73 Mio CHF (Non-GAAP) bzw. 0,65 CHF pro Aktie. Das Unternehmen verfügt nun weiterhin über Barmittel von 952 Mio CHF (Ende Juni: 1,01 Mrd), wie der Mitteilung weiter zu entnehmen ist.

J&J-ENTSCHEID ZU APROCITENTAN NOCH 2017

Es gebe wenige Pharma-Startups mit gleich vier Wirkstoffen an der Schwelle zur fortgeschrittenen Phase III, betonte Clozel im Gespräch. Bezüglich des Medikaments Aprocitentan zur Behandlung von resistenter Hypertonie, das von Analysten als potenzieller Blockbuster angesehen wird, erwartet der CEO einen Entscheid von J&J respektive deren Tochter Janssen Biotech über eine gemeinsame Entwicklung des Medikaments noch vor Ende 2017. Bei einem positiven Entscheid wird eine Meilensteinzahlung an Idorsia über 230 Mio USD fällig.

Ebenfalls auf gutem Weg sieht der CEO den Wirkstoff ACT-541468 (DORA) zur Behandlung von Schlaflosigkeit. Eine Überführung in die Phase III könnte Ende 2017 oder Anfang 2018 geschehen, meinte Clozel. Zufrieden zeigte er sich schliesslich mit dem Wirkstoff Clazosentan zur Behandlung von zerebralen Gefässspasmen. "In diesem Bereich gibt es ein sehr hohes Patientenbedürfnis."

STABILER AKTIONÄR

Mit seinem Aktienbesitz an Idorsia fühle er sich "gut positioniert", sagte Clozel im Gespräch weiter. Das Ehepaar Jean-Paul und Martine Clozel, die früheren Gründer von Actelion, hatte im Sommer nach dem Börsengang den Anteil stark ausgebaut und kommt laut SIX auf einen Anteil von knapp 26%. Es sei wichtig, einen stabilen Aktionär zu haben, betonte Clozel. Die diversen "Angriffsversuche" von Finanzinvestoren in den vergangenen Jahren auf die erfolgreiche Actelion habe er als "unerfreuliche Zeit" in Erinnerung.

Die Verlustzahlen für das dritte Quartal sind laut ersten Analystenkommentaren insgesamt tiefer ausgefallen als am Markt erwartet, positiv vermerkt wird auch die etwas gesenkte Guidance für den "Cash burn" im 2017. Er erwarte, dass J&J die Option zur Teilnahme an der Aprocitentan-Entwicklung noch 2017 wahrnehmen werde, betont der Analyst von Jefferies, der dem Medikament einen potenziellen Spitzenumsatz von 2,4 Mrd USD zubilligt.

Am Aktienmarkt reagiert die Idorsia-Aktie in einem leicht negativen Gesamtmarkt (SPI -0,2%) freundlich auf die Ergebnispublikation, gegen 11.30 Uhr notiert der Kurs um 1,2% im Plus bei 17,50 CHF.

tp/uh

(AWP)