IEA-Bericht: Mehr Energieinvestitionen könnten Millionen Leben retten

LONDON (awp international) - Höhere Investitionen im Energiesektor könnten nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) Millionen Todesfälle durch Luftverschmutzung verhindern. Dazu müssten die Gesamtinvestitionen bis zum Jahr 2040 um sieben Prozent höher ausfallen als ohnehin erwartet, heisst es in einem am Montag in London veröffentlichten Bericht. Dann könnten bis dahin 1,7 Millionen Todesfälle durch schlechte Luft im Freien und 1,6 Millionen durch Luftverschmutzung in Haushalten vermieden werden.
27.06.2016 15:10

Die nötigen zusätzlichen Ausgaben lägen dem Bericht zufolge bei insgesamt 4,8 Billionen US-Dollar (rund 4,3 Billionen Euro). Damit sollten weniger schmutzige Energien, aber auch ein effizienterer Verbrauch gefördert werden. "Saubere Luft ist ein Menschenrecht, das dem Grossteil der Weltbevölkerung fehlt", sagte IEA-Chef Fatih Birol.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sterben 6,5 Millionen Menschen jährlich an den Folgen von Luftverschmutzung. Die IEA geht davon aus, dass diese Zahl bis 2040 ohne zusätzliche Anstrengungen steigt: Sie rechnet mit 4,5 Millionen Toten pro Jahr wegen Luftverschmutzung im Freien und etwas weniger als 3 Millionen Toten durch Luftverschmutzung in Haushalten. Ein genauer Nachweis einzelner Todesfälle durch Luftverschmutzung ist meist schwierig, internationale Organisationen berufen sich bei ihren Gesamtschätzungen auf statistische Werte./sku/DP/stb

(AWP)