Indien erleichtert Investitionen in Fluglinien und Rüstungskonzerne

NEU DELHI (awp international) - Ausländische Unternehmen können in Zukunft leichter in Indien investieren. Das Büro von Premierminister Narendra Modi teilte am Montag mit, die Obergrenzen für ausländische Direktinvestitionen in mehreren Branchen zu erweitern oder ganz aufzuheben. Die Entscheidung erlaubt ausländischen Investoren in Zukunft, indische Fluglinien und Rüstungsunternehmen zu 100 Prozent zu besitzen. Sie brauchen für einen Anteil von mehr als 49 Prozent allerdings die Zustimmung der indischen Regierung. Zuvor waren Beteiligungen über 49 Prozent gar nicht möglich.
20.06.2016 15:54

Auch der Einstieg ausländischer Investoren in indische Pharmaunternehmen wird erleichtert. Hier konnten Unternehmen zwar vorher schon zu 100 Prozent erworben werden, aber grundsätzlich nur mit Zustimmung der Regierung. Nun ist diese Zustimmung bis zu Beteiligungen von 74 Prozent nicht mehr nötig.

Zusätzlich vereinfacht Indien die Regeln für Unternehmen, die in ihren Geschäften nur Produkte einer einzigen, eigenen Marke verkaufen. Dazu gehören zum Beispiel viele Kleidungsmarken. Bisher mussten diese Unternehmen mindestens 30 Prozent ihrer Produkte oder Bauteile von lokalen Produzenten beziehen. Diese Regelung wird nun für die ersten drei Jahre im Land ausgesetzt. Für Unternehmen wie den Technologieriesen Apple könnte dies eine neue Chance bedeuten, mit eigenen Geschäften auf dem Subkontinent Fuss zu fassen.

Dies ist der zweite Schritt einer Liberalisierungswelle, die die indische Regierung angekündigt hat. Bereits im November 2015 hatte sie schon einmal Obergrenzen für ausländische Direktinvestitionen in zahlreichen Sektoren angehoben./smr/DP/men

(AWP)