Infineon-Geschäft läuft im dritten Quartal weiter robust

(Ausführliche Fassung) - Das Geschäft des Halbleiterherstellers Infineon läuft weiter dynamisch. Der Konzern profitierte im am 30. Juni beendeten dritten Quartal von einer robusten Nachfrage nach Chips für Industrieanwendungen sowie die Stromversorgung. Der Ausblick wurde trotz negativer Effekte durch den schwächeren US-Dollar bekräftigt. Die im Dax notierte Aktie legte daher vorbörslich zu.
01.08.2017 08:44

Insgesamt wuchs der Umsatz in den Monaten April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal um 4 Prozent auf mehr als 1,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr lag das Wachstum bei 12 Prozent. Halbleiterkonzerne vergleichen üblicherweise zum Vorquartal, um die in der Branche üblichen Schwankungen zu glätten.

Das für Infineon entscheidende operative Ergebnis, das Segmentergebnis, stieg gegenüber dem Vorquartal um 14 Prozent auf 338 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 16,8 Prozent auf 18,5 Prozent und fiel damit besser aus, als von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten erwartet hatten. Unter dem Strich verdiente Infineon mit 253 Millionen Euro 27 Prozent mehr.

Im Automotive-Geschäft verzeichnete Infineon einen steigenden Bedarf nach Halbleitern insbesondere bei der Elektromobilität und bei Fahrassistenzsystemen. Der schwächere Dollar sorgte hingegen für Bremsspuren in der umsatzstärksten Sparte des Konzerns. Umsatz und Ergebnis des zuletzt erfolgsverwöhnten Geschäfts nahmen im Vergleich zum Vorquartal leicht ab. Deutlich gestiegen sind hingegen Umsatz und Gewinn im Industriegeschäft, welches Chips für die Stromversorgung, Anwendungen in der Erneuerbaren Energie aber auch für Züge oder Haushaltsgeräte anbietet. Wieder aufwärts ging es ausserdem im zuletzt schwächelnden Geschäft mit Smartphones.

Trotz deutlichen Gegenwinds durch den schwächeren US-Dollar bekräftigte der Konzern seine Prognose für das am 30. September endende Geschäftsjahr 2016/17. Das Umsatzwachstum soll bei 8 bis 11 Prozent liegen, die Segmentergebnismarge in der Mitte der Spanne bei etwa 17 Prozent. Dabei rechnet Infineon nun mit einem Euro/Dollar-Wechselkurs von 1,15 anstelle von bislang unterstellten 1,10. Für Infineon ist eine stärkere europäische Währung negativ, da die Kosten überwiegend in Euro anfallen.

Für das Schlussquartal erwartet der Konzern wegen des schwächeren Dollars lediglich einen in etwa unveränderten Umsatz. Die operative Marge sieht Infineon bei etwa 18 Prozent./nas/she/stb

(AWP)